Verhältnis zu "El Chapo" Mexiko will Schauspielerin Kate del Castillo verhören

Schauspielerin Kate del Castillo stand in regem SMS-Kontakt mit "El Chapo". Nach der Festnahme des Drogenbosses wollen die mexikanischen Behörden nun mehr über das Verhältnis der beiden wissen. Ärger droht der 43-Jährigen auch in den USA.

AP

Es war offenbar auch die Schwärmerei für Kate del Castillo, die Joaquín "El Chapo" Guzmán zum Verhängnis wurde. Der 58-Jährige sandte während seiner Flucht verliebte SMS und ließ seine Anwälte Treffen mit der Schauspielerin organisieren. Nun wollen die mexikanischen Behörden die 43-Jährige zu ihrer Beziehung zu dem Drogenboss vernehmen.

Die in den USA lebende Telenovela-Darstellerin könne ihre Zeugenaussage im mexikanischen Konsulat in Los Angeles machen, sagte Generalstaatsanwältin Arely Gómez der Zeitung "El Universal". Das Blatt veröffentlichte zudem eine Reihe von Textnachrichten zwischen Del Castillo und Guzmáns Anwalt, in der es über eine mögliche Beteiligung des Drogenbosses an der Tequila-Firma der Schauspielerin geht.

Sollte tatsächlich Geld geflossen sein, könnte Del Castillo, die auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt, in den Vereinigten Staaten Probleme gekommen. Weil "El Chapo" auf der schwarzen Liste des Finanzministeriums steht, ist es US-Amerikanern untersagt, mit ihm Geschäfte zu machen.

Del Castillo und der US-Schauspieler Sean Penn hatten "El Chapo" im vergangenen Oktober für ein Interview der Zeitschrift "Rolling Stone" getroffen - als der Chef des Sinaloa-Kartells nach seinem Ausbruch aus einem Hochsicherheitsgefängnis auf der Flucht war. Vor eineinhalb Wochen wurde der wohl mächtigste Drogenhändler der Welt dann erneut festgenommen.

Guzmán war offenbar regelrecht besessen von der Schauspielerin, denn selbst in seinem Versteck in Los Mochis hatte er die DVDs der TV-Serie "La Reina del Sur" ("Die Königin des Südens") dabei, in der die Aktrice 2011 die Titelheldin Teresa Mendoza spielte: eine junge Frau aus Sinaloa, die nach dem Tod ihres Freundes zur großen Führerin eines Drogenkartells aufsteigt.

Video zu "El Chapos" Festnahme: Die Stürmung des Verstecks

AP/MEXICOS PRESIDENTIAL PRESS OFFICE

wit/dpa

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 3 Beiträge
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CancunMM 19.01.2016
1.
Don Winslow hätte die Geschichte nicht besser schreiben können. Hört sich wie Geldwäsche an ? Wird ungemütlich für die Frau. Entweder Knast in den USA oder Rückkehr nach Mexico mit Angst um Leib und Leben.
kipkappa 19.01.2016
2. Gute Filmvorlage
Sie haben zu 100% recht CancunMM
metalslug 20.01.2016
3. Schöne Geschichte
Der mächtige Narco Boss sitzt im Safe House und glotzt leidenschaftlich zweitklassige Narco Telenovelas um sich am Anschluss inspiriert wieder um die Geschäfte zu kümmern...verrückt. Wird ein Klassiker!!
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