Zoo in El Salvador Unbekannte prügeln Nilpferd zu Tode

In einem Zoo in El Salvador haben Unbekannte ein Flusspferd getötet. In dem Land, das unter einer hohen Mordrate leidet, löst die Tat Entsetzen aus.

Culture Ministry/ EPA/ REX/ Shutterstock

Die Angst ist für viele Menschen in El Salvador ständiger Begleiter. In dem zentralamerikanischen Land werden laut Nachrichtenagentur AP pro Tag im Schnitt 14 Menschen getötet. Die meisten Morde gehen dabei offenbar auf das Konto brutaler Straßenbanden.

Nun hat ein weiteres Tötungsdelikt das Land in Aufruhr versetzt. Und das, obwohl es sich bei dem Opfer nicht um einen Menschen handelt, sondern um ein Flusspferd. Unbekannte haben den beliebten Hippopotamus Gustavito zu Tode geprügelt.

Selbst angesichts steigender Opferzahlen in der Bevölkerung durch die Gang-Gewalt sorgt die Tat für Fassungslosigkeit. Einwohner El Salvadors gedachten des getöteten Tieres in den sozialen Netzwerken oder legten Blumen am Eingang des Zoos nieder, der bis auf Weiteres geschlossen hat.

"Wir haben uns daran gewöhnt, jeden Tag den Tod zu sehen", sagte Martin Castillo, ein Straßenverkäufer aus der Hauptstadt. "Sie töten uns wie Fliegen, aber das schlägt alles. Sie haben ein Tier getötet, das uns nur unterhalten hat."

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Getötetes Flusspferd: Trauer um Gustavito

Zoodirektor Vladan Henriquez sagte bei einer Pressekonferenz, der Hippo sei mit Blessuren und Stichwunden übersät gewesen, die offenbar von Angriffen mit Metallstangen, Messern und Steinen stammten.

Der Vorfall hatte sich bereits im Laufe der letzten Woche ereignet. Aber die Zoowärter hatten die Verletzungen erst am Donnerstag bemerkt, weil er sein Becken nicht verlassen hatte. Gustavito starb am Sonntag.

Justizminister Mauricio Ramirez Landaverde sagte, Ermittlungen seien aufgenommen worden, um die Tat an dem beliebten Tier aufzuklären. Gustavito war in Guatemala geboren und aufgezogen worden. Vor 13 Jahren wurde das Tier nach El Salvador gebracht.

"Wir sind wütend", sagte Carmen Rogel, die oft mit ihrem Enkel in den Zoo geht, bei ihrem letzten Besuch in dem Tierpark. "Wir wussten nicht, dass sie Gustavito umgebracht haben."

cnn/AP



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