Baden-Württemberg Sterbenden Motorradfahrer gefilmt - Geldstrafe für Gaffer

Er filmte in Baden-Württemberg ein sterbendes Unfallopfer - nun muss ein Gaffer 900 Euro zahlen. Das Verhalten des Mannes hatte Empörung ausgelöst.


Ein Gaffer, der einen sterbenden Motorradfahrer filmte, anstatt ihm zu helfen, muss eine Geldstrafe in Höhe von 900 Euro zahlen. Der entsprechende Strafbefehl sei inzwischen rechtskräftig, wie die Staatsanwaltschaft in Ellwangen bestätigte.

Der junge Mann hatte den tödlich verletzten Motorradfahrer noch vor dem Eintreffen von Rettungskräften mit seinem Handy gefilmt. Als Helfer an der Unfallstelle zwischen Heidenheim und Mergelstetten eintrafen, behinderte er sie, indem er weiter filmte. Erst nach mehrfacher Aufforderung entfernte er sich.

Das Verhalten hatte weithin Empörung ausgelöst. Aufgrund des öffentlichen Drucks stellte sich der Gaffer einige Tage später der Polizei in Heidenheim, die ihm das Mobiltelefon abnahm.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte Angaben der "Heidenheimer Zeitung", wonach der Strafbefehl über 60 Tagessätze zu je 15 Euro verhängt wurde. Laut dem Bericht wurde bei Festsetzung der Geldstrafe berücksichtigt, dass der Täter wohl weitgehend mittellos ist. Das Strafgesetz sieht für Fälle, in denen die Hilflosigkeit eines Menschen zur Schau gestellt und zudem Einsatzkräfte behindert werden, die Möglichkeit von Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren vor.

bbr/dpa

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