Eltern des US-Todesschützen "Wir wissen nicht, warum das passiert ist"

Die Familie des mutmaßlichen Todesschützen von Arizona hat sich erstmals zu dem Blutbad geäußert, bei dem sechs Menschen ums Leben kamen. Sie könnten sich nicht erklären, wie es zu den "abscheulichen Vorfällen" kommen konnte, sagten die Eltern.

AFP

Tucson - Nachdem bekannt wurde, dass es der schwerverletzten demokratischen Kongressabgeordneten Gabrielle Giffords nach dem Blutbad in Tucson besser geht, meldeten sich die Eltern von Jared Lee Loughner zu Wort.

Zwei junge Männer verlasen am Dienstag vor dem Haus der Familie in einem bürgerlichen Vorort von Tucscon eine Erklärung. Sie durchlebten "eine sehr schwere Zeit", berichteten Amy und Randy Loughner in dem kurzen, nur acht Sätze umfassenden Statement - und baten darum, ihre Privatsphäre zu respektieren.

"Es gibt keine Worte dafür, auszudrücken, wie wir uns fühlen", so die Eltern. "Wir verstehen nicht, warum das passiert ist. Es mag keinen Unterschied machen, aber wir wünschten, wir könnten die abscheulichen Vorfälle vom Samstag ungeschehen machen." Zu ihrem Sohn äußerten sich die Loughners mit keinem Wort. Sie versuchten gleichwohl, ihr Mitgefühl auszudrücken. "Wir bedauern die Opfer und ihre Angehörigen aus tiefstem Herzen. Ihr Verlust tut uns so leid."

Der 22-jährige Jared ist unter anderem wegen Mordes und versuchten Mordes angeklagt. Er soll bei einem Amoklauf in einem Einkaufszentrum in Tucson, Arizona, sechs Menschen getötet und 14 verletzt haben. Am 24. Januar soll er zu einer ersten Anhörung erscheinen.

US-Präsident Barack Obama hat angekündigt, am heutigen Mittwoch nach Arizona fahren und an einem Gedenkgottesdienst für die Todesopfer teilnehmen zu wollen. Unter ihnen war auch ein neunjähriges Mädchen.

"Amy und Randy sind nicht ihr Sohn, das müssen die Leute verstehen", sagte ein verständnisvoller Nachbar namens Wayne Smith dem Nachrichtenkanal 3 aus Phoenix. "Sie sind am Boden zerstört. Wären Sie es nicht, wenn es Ihr Kind wäre?"

Laut einer Umfrage des Senders CBS vom Dienstag glaubt die Mehrheit der Amerikaner nicht, dass politische Hetze die Ursache des Blutbads von Arizona war. 57 Prozent der Befragten verneinten dies, 32 Prozent gehen davon aus, dass der harsche politische Ton in den vergangenen Monaten das Verbrechen ausgelöst haben könnte. Über ein Motiv ist bisher nichts bekannt.

Bei einer Hausdurchsuchung hatte die Polizei im Safe von Loughners Wohnung einen Briefumschlag mit verschiedenen Botschaften gefunden, die die Aufschrift "Mein Attentat" und den Namen Gabrielle Giffords trugen. Außerdem entdeckten sie ein Schreiben mit dem Briefkopf der Abgeordneten, in dem sie sich für Loughners Teilnahme an einem Wählertreffen 2007 bedankte.

Neuen Berichten zufolge soll unter den Schriftstücken auch eine Notiz sein, in der es heißt: "Stirb du Hure" - was als Hinweis auf Giffords verstanden werden könnte. Allerdings habe man auch einen Zettel mit der Aufschrift "Sterbt, ihr Polizisten" gefunden.

Die Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords befand sich weiter in kritischem Zustand, konnte aber bereits selbständig atmen und mit anderen in Kontakt treten, auf einfache Aufforderungen mit einem Händedruck antworten.

ala/Reuters

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Carla, 09.01.2011
1. ****
Den Zusammenhang verstehe ich jetzt nicht: der Attentäter hatte mit der Tea Party-Bewegung nichts zu tun, sondern war vielmehr ein Anhänger von Josef Stalin, Che Guevara und Hugo Chavez. Zu seinen Lieblingsbüchern gehörte u. a. das Kommunistische Manifest. Es mag ja sein, dass das ideologisch jetzt nicht ganz ins Programm passt, aber entspricht den Tatsache, kann jeder bei Facebook nachlesen.
emobil 09.01.2011
2. No surprise!
Definitiv ja! Und ich schätze, das ist erst der Anfang. Die Hetze und der Hass der Rechten hat in den Staaten inzwischen ein Ausmaß erreicht, das man eigentlich nur noch als "faschistisch" bezeichnen kann - auch wenn die Teebeutel und ihre Medien wahrscheinlich gar nicht wissen, was dieser Ausdruck eigentlich bedeutet. Nun, und in einem Land, in dem es gang und gäbe ist, mit Waffen im Alltag herumzufuchteln und dies für "Freiheit" zu halten, ist es nur eine Frage der Zeit, wann diese Waffen auch mal zum Einsatz kommen. Die Hemmschwelle ist ja jetzt bereits erschreckend niedrig. Nach dem ersten Erschrecken wird man auch schnell wieder zur Tagesordnung übergehen - business as usual - wie bei allen solchen Taten in der Vergangenheit.
Spiegeleii 09.01.2011
3. Was
hat das denn mit einem politischen Streit zu tun wenn ein Einzeltäter ein Attentat verübt? Die Politik in USA wie auch bei uns ist ein einziges schlechtes Schmierentheater. Die Darsteller spielen Demokratie vor. Wenn sich diese Politikschranzen nicht hinter Heeren von Sicherheitsdiensten und Bodyguards verstecken würden, wären die morgen alle tot. Weil der Großteil der Leute schlicht die Schnauze voll hat. Daraus jetzt einen politischen Streit und gegensätzliche Positionen zu lesen, wegen denen es zu irgendeiner Verschärfung der Atmosphäre kommt ist nichts anderes als dem Schmierentehater zuzuspielen. Oder anders gesagt, es ist völlig piepschnurzegal ob der Präsident Bush, Obama, Bob der Baumeister oder Palin heisst. Das ändert überhaupt nichts an der Politik die gemacht wird. 1:1 übertragbar auch auf die BRD. Es ist völlig kackegal ob die SPD mit den Grünen regiert oder die CDU mit der FDP, es ändert sich nichts. Die politische Klasse in unserer westlichen Welt hat mittlerweile den Unterhaltungswert von DSDS erreicht. Da kann man ruhig an den Haaren irgendwelche politischen Scharmützel herbeiziehen, die Mehrheit des Wahlviehs spürt ganz genau das seine Meinung nichts zählt. Und sie zählt nichts bei allen vorhandenen Schauspielern die man wählen darf.
emobil 09.01.2011
4.
Zitat von CarlaDen Zusammenhang verstehe ich jetzt nicht: der Attentäter hatte mit der Tea Party-Bewegung nichts zu tun, sondern war vielmehr ein Anhänger von Josef Stalin, Che Guevara und Hugo Chavez. Zu seinen Lieblingsbüchern gehörte u. a. das Kommunistische Manifest. Es mag ja sein, dass das ideologisch jetzt nicht ganz ins Programm passt, aber entspricht den Tatsache, kann jeder bei Facebook nachlesen.
Soso, das sind also Ihre Quellen der Information und Erkenntnis. Kommentar überflüssig, oder?
Emil Peisker 09.01.2011
5. Hitlers "Mein Kampf"
Zitat von CarlaDen Zusammenhang verstehe ich jetzt nicht: der Attentäter hatte mit der Tea Party-Bewegung nichts zu tun, sondern war vielmehr ein Anhänger von Josef Stalin, Che Guevara und Hugo Chavez. Zu seinen Lieblingsbüchern gehörte u. a. das Kommunistische Manifest. Es mag ja sein, dass das ideologisch jetzt nicht ganz ins Programm passt, aber entspricht den Tatsache, kann jeder bei Facebook nachlesen.
Hi Carla Und Hitlers "Mein Kampf". Ihre ideologische Ablenkung ist ja verständlich, aber unkorrekt. Er fabuliert über eine Regierung, die Gesetze erlässt, die bei genauem Studium der Verfassung als verräterisch entlarvt werden. Zitat: "Sie müssen die Bundesgesetze nicht akzeptieren, aber sie müssen die US-Verfassung lesen, um die verräterischen Gesetze zu begreifen. Sehen Sie, da wird dann ein anderer Schuh draus. Gruß Emil
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