Mordfall Carolin G. Verdächtiger im Fall der getöteten Endinger Joggerin gefasst

Der Mord an einer Joggerin bei Freiburg steht offenbar vor der Aufklärung. Medienberichten zufolge hat die Polizei einen Verdächtigen gefasst. Er könnte auch für einen weiteren Mord in Österreich verantwortlich sein.

Trauer in Endingen (Archiv)
DPA

Trauer in Endingen (Archiv)


Die Polizei hat einen Verdächtigen gefasst, der die 27 Jahre alte Joggerin Carolin G. aus Endingen bei Freiburg vergewaltigt und getötet haben soll. Das berichten die "Bild"-Zeitung und die "Badische Zeitung" aus Freiburg.

Bei dem Festgenommenen handelt es sich den Berichten zufolge um einen Fernfahrer, der laut "Bild" im Raum Freiburg arbeitet. Das Umfeld der ermordeten Joggerin sei über die Festnahme des mutmaßlichen Täters informiert worden, schreibt die "Badische Zeitung" unter Berufung auf das Umfeld der Familie der Joggerin.

Die Ermittler hatten den Täter in der Speditions- und Fernfahrerbranche vermutet. Im April veröffentlichten sie zudem ein Phantombild. Die Zeichnung wurde nach der Aussage einer Zeugin erstellt. Die Frau hatte den Unbekannten am Tag des Mordes in der Nähe des Tatorts gesehen.

Die Freiburger Polizei will sich bislang nicht zu den Berichten äußern. Sie verweist auf eine Pressekonferenz in Endingen am Samstagnachmittag.

Phantombild der Polizei
DPA/ Polizeipräsidium Freiburg

Phantombild der Polizei

Der Mann auf dem Phantombild soll Anfang November 2016 die 27-Jährige sowie im Januar 2014 in Kufstein in Österreich eine 20 Jahre alte Studentin ermordet haben. An beiden Orten wurden identische Körperspuren gefunden. Beide Opfer sollen sexuell missbraucht und erschlagen worden sein. Noch ist offen, ob es sich bei dem nun Festgenommenen um den Mann auf dem Phantombild handelt.

Polizei löste Sonderkommission am Donnerstag auf

Die 27 Jahre alte Joggerin Carolin G. wurde Anfang November missbraucht und ermordet. Sie war an einem Sonntag allein zum Joggen aufgebrochen, aber nicht zurückgekehrt. Ihre Leiche fand man Tage später.

Rund drei Wochen vor der Tat in Endingen war in Freiburg eine Studentin vergewaltigt und getötet worden. In diesem Fall sitzt ein junger Flüchtling in Untersuchungshaft, der Prozess gegen ihn vor der Jugendkammer des Landgerichts Freiburg beginnt den Angaben zufolge voraussichtlich Anfang September. Beide Fälle hatten eine bundesweite Debatte über Gewalt ausgelöst. Für die Morde in Endingen und Kufstein kommt der mutmaßliche Mörder der Studentin den Ermittlern zufolge aber nicht als Täter infrage.

Erst am Donnerstag hatte die Polizei gemeldet, dass sie ihre Sonderkommission in eine kleinere Ermittlungsgruppe umgewandelt hat. Nach zuletzt 20 Beamten arbeiteten jetzt noch zehn Polizisten an dem Fall. "Den Ermittlern ist es in den zurückliegenden Monaten zwar gelungen, einen konkreten Tatzusammenhang zwischen den beiden Tötungsdelikten in Kufstein und Endingen herzustellen - allerdings besteht derzeit kein dringender Tatverdacht gegen eine bestimmte Person", hieß es in einer Polizeimitteilung.

apr/dpa

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