Ex-Bischof als Sexualstraftäter Kirche von England vertuschte Missbrauch

Ein ehemaliger Bischof hat in England über 20 Jahre junge Männer missbraucht. Die Kirche vertuschte die Übergriffe, wie ein Untersuchungsbericht zeigt. Erzbischof Justin Welby reagiert bestürzt.

Erzbischof Justin Welby
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Die Kirche von England hat zugegeben, jahrelang sexuellen Missbrauch von jungen Männern vertuscht zu haben. Führende Geistliche haben den ehemaligen Bischof Peter Ball gedeckt, der sich in mehreren Fällen an jungen Männern verging. Das geht aus einem Untersuchungsbericht der Kirche zu dem Fall hervor.

Der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, entschuldigte sich nun bei den Opfern, die gegen Ex-Bischof Ball ausgesagt hatten.

Nachdem Ball 2015 wegen sexuellen Missbrauch und sexueller Nötigung angeklagt worden war, hatte Erzbischof Welby den umfassenden Bericht zur Aufklärung der Vorfälle in Auftrag gegeben. Ball wurde vorgeworfen, sich über 20 Jahre an jungen Männern und Jugendlichen vergangenen zu haben. Der Ex-Bischof gab an, 18 Männer missbraucht zu haben. Er wurde 2015 verurteilt und nach 16 Monaten aus der Haft entlassen.

Dem Bericht zufolge verursachten Balls Taten "großen und dauerhaften Schaden im Leben vieler Männer." Personen in kirchlichen Führungspositionen hatten Ball über mehrere Jahre gedeckt.

Der Bericht habe ihn erschüttert, sagte Welby. "Die Kirche hat vertuscht, anstatt denen zu helfen, die mutig genug waren, sich zu äußern." Das sei unentschuldbar und schockierend. "Wir dürfen nie selbstgefällig sein und müssen daraus lernen", sagte Welby.

asz/AP

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