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Großbritannien: Richter soll Aussage von Missbrauchsopfer verschlafen haben

Ein Prozess gegen einen mutmaßlichen Kindesvergewaltiger in Manchester musste abgebrochen werden, weil der Richter eingeschlafen sein soll - mitten in der Aussage eines Opfers. Nun droht ihm ein Disziplinarverfahren.

Manchester - Das unter 13 Jahre alte mutmaßliche Opfer war per Video in den Gerichtssaal geschaltet und wurde gerade vom Verteidiger befragt. Da fiel auf, dass einer der Richter nicht mehr zuhörte. Er war eingeschlafen, berichten mehrere britische Medien. Der Vorsitzende Richter brach die Verhandlung daraufhin ab. Sie soll zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgenommen werden.

Das Judicial Conduct Investigations Office (JCIO), das die britische Justiz kontrolliert, untersucht nun die Vorwürfe gegen den Richter. Der 65-Jährige arbeitet an dem Gericht in Manchester als sogenannter Recorder, als Teilzeit-Richter für jeweils 30 Tage im Jahr.

Der 49-jährige Angeklagte in dem Prozess soll zwischen 2006 und 2013 mehrere Sexualdelikte begangen haben, darunter die Vergewaltigung von zwei Mädchen. Unter 13-Jährige sind in Großbritannien besonders geschützt: Geschlechtsverkehr mit ihnen ist qua Gesetz Vergewaltigung.

ade

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