Mexiko: Enkel des US-Bürgerrechtlers Malcolm X getötet

Der Enkel des legendären Schwarzenführers Malcolm X ist offenbar zu Tode geprügelt worden. Malcolm-Latif Shabazz starb nach einer Schlägerei in Mexiko-Stadt. Sein Großvater war einer der berühmtesten Vertreter der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung.

Malcolm-Latif Shabazz: Tödliche Schlägerei in Mexiko-Stadt Zur Großansicht
AP/ Courtesy of the Shabazz family/ Xiomara Michel

Malcolm-Latif Shabazz: Tödliche Schlägerei in Mexiko-Stadt

Mexiko-Stadt/Washington - Der Enkel des US-Bürgerrechtlers Malcolm X ist in Mexiko-Stadt getötet worden. Malcolm-Latif Shabazz, Jahrgang 1984, sei am Donnerstag von Unbekannten im Zentrum der mexikanischen Hauptstadt angegriffen worden und später in einem Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit.

In der Erklärung hieß es, Shabazz habe offenbar bei einer Schlägerei in einer Bar am Donnerstag schwere Verletzungen erlitten. Er sei danach auf der Intensivstation im Krankenhaus gestorben. Das US-Außenministerium in Washington bestätigte auf Nachfrage lediglich den Tod eines US-Bürgers in Mexiko-Stadt, machte allerdings keine Angaben zur Identität des Opfers.

Der Aktivist und Arbeitsrechtler Miguel Suarez hatte Shabazz nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AP auf dessen Reise nach Mexiko begleitet. Eine junge Frau habe die beiden in eine Bar gelockt, sagte Suarez. "Wir haben mit den Mädchen getanzt und getrunken." Dann habe der Barbesitzer 1200 Dollar für die Musik, die Getränke und die weibliche Gesellschaft verlangt. Suarez sei in einen separaten Raum geführt worden. Er habe gehört, wie in der Bar ein Tumult ausbrach, und habe dann Shabazz schwerverletzt draußen auf der Straße gefunden.

"Dankbar, dass er in den Armen seiner Großeltern ruht"

Familiensprecherin Terrie Williams gab auf Twitter und Facebook den Tod von Malcolm-Latif Shabazz bekannt. Er war der Sohn von Qubilah Shabazz, der zweiten Tochter von Malcolm X und Betty Shabazz. "Obwohl sein heller Stern und sein grenzenloses Potential aus diesem Leben geschieden sind, sind wir dankbar, dass er nun friedlich in den Armen seiner Großeltern und im Schutz Gottes ruht", heißt es in der Mitteilung.

Malcolm X war einer der prominentesten Vertreter der schwarzen Bürgerrechtsbewegung in den USA, er fiel 1965 in New York einem Attentat zum Opfer.

Sein Enkel Malcolm-Latif Shabazz war 1997 wegen Brandstiftung mit Todesfolge zu mehreren Monaten in einer Besserungsanstalt verurteilt worden. Bei dem Feuer hatte dessen Großmutter Betty Shabazz in ihrer New Yorker Wohnung schwere Verletzungen erlitten, an denen sie später starb. Offenbar war der Junge wütend, weil seine Mutter ihn gezwungen hatte, bei der Großmutter in New York zu wohnen und nicht mehr in San Antonio in Texas.

Nach turbulenten Jahren, in denen Shabazz unter anderem wegen versuchten Raubs im Gefängnis saß, hatte er offenbar Besserung gelobt. Er habe an seinen Memoiren geschrieben und sich international gegen Jugendgewalt und für die Rechte von Arbeitern eingesetzt, schreibt AP.

lov/AFP/AP/dpa

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