Entführer von Cleveland: Behörden reißen Ariel Castros Haus ab

Cleveland: Abriss eines Horrorhauses Fotos
AP/The Plain Dealer

An Ariel Castros Taten soll in Cleveland nichts mehr erinnern: Das Haus, in dem der Entführer drei Frauen jahrelang gefangen hielt und missbrauchte, ist nun abgerissen worden. Damit wollen die Behörden auch dem Verkauf makabrer Erinnerungsstücke vorbeugen.

Cleveland - Von Ariel Castros Haus ist nur noch ein Haufen Schutt übrig. Die Behörden in Cleveland haben das Gebäude einreißen lassen, in dem Castro Michelle Knight, Amanda Berry und Gina DeJesus über Jahre einsperrte, misshandelte und vergewaltigte.

Der Schutt soll gemahlen werden, um zu verhindern, dass Teile davon als makabre Erinnerungen an ein schreckliches Verbrechen verkauft werden. Die Sorge ist berechtigt: Das Haus war schnell zu einer Art Attraktion geworden. Die Polizei bewachte es rund um die Uhr - auch, weil mehrfach Drohungen eingegangen waren, das Gebäude niederzubrennen.

Michelle Knight, eines seiner Opfer, war dabei, als das Haus zerstört wurde. Die 32-Jährige sagte, sie fühle sich "befreit". Einige Zuschauer begrüßten die Arbeit des Baggers mit Applaus.

Der Abriss ist Teil der Strafe, die Castro in der vergangenen Woche erhalten hatte. Er wird den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen. Als er den Behörden sein Haus überschrieb, habe er geweint, berichtete die Staatsanwaltschaft. Er habe seine "vielen glücklichen Erinnerungen" erwähnt, die er an seine Zeit mit den drei Frauen habe.

Knight, Gina DeJesus und Amanda Berry waren zwischen 2002 und 2004 von Castro entführt worden. Damals waren sie 14, 14 und 20 Jahre alt. Ihre Leidenszeit endete erst am 6. Mai, als sich Berry befreien konnte und Nachbarn um Hilfe bat. Castro wurde am Abend desselben Tages festgenommen.

Vor der Verkündung des Strafmaßes hatte sich Castro bei seinen Opfern entschuldigt und behauptet, der Sex mit ihnen sei einvernehmlich gewesen. Er sei kein Monster, sagte er, sondern krank und süchtig nach Pornografie. Er hatte ein Geständnis abgelegt; die Staatsanwaltschaft verzichtete im Gegenzug darauf, die Todesstrafe zu fordern.

ulz/AP

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