Verschleppung durch Eltern Kuba liefert entführte Kinder an USA aus

Kuba liefert zwei von ihren Eltern verschleppte Jungen an die USA aus. Auch das Ehepaar wird den US-Behörden übergeben. Es hatte die zwei- und vierjährigen Söhne nach dem Verlust des Sorgerechts aus dem Haus der Großmutter entführt.

US-Ehepaar in Hafen nahe Havanna: Kinder nach Kuba entführt
DPA

US-Ehepaar in Hafen nahe Havanna: Kinder nach Kuba entführt


Havanna - Zwei Kinder sind auf der Rückreise in die USA, nachdem sie von ihren Eltern nach Kuba verschleppt wurden. Der Vierjährige und sein zwei Jahre jüngerer Bruder seien "auf dem sicheren Weg nach Hause", teilten US-Diplomaten in Havanna mit. Man bedanke sich bei den kubanischen Behörden, die dabei geholfen hätten, die gefährliche Situation zu klären.

Das Elternpaar aus den USA hatte das Sorgerecht wegen Drogenmissbrauchs verloren. Der Mann entführte daraufhin die Jungen aus dem Haus der Großmutter in Tampa im US-Bundesstaat Florida. Dabei soll er die Großmutter gefesselt haben. Sie hatte erst in der vergangenen Woche das dauerhafte Sorgerecht für die Kinder bekommen.

Das Ehepaar setzte sich mit den Kindern nach Kuba ab - offenbar, um sich dem Zugriff der US-Behörden zu entziehen. Die Familie war am Sonntag mit einem Segelschiff in einen Hafen westlich der Hauptstadt Havanna eingelaufen, teilte das kubanische Außenministerium mit. Ein Reporter der Nachrichtenagentur Associated Press berichtete, das Paar habe von der Entscheidung der kubanischen Behörden offenbar nichts gemerkt. Die Eltern hätten am Hafen mit den beiden Söhnen einen Spaziergang gemacht.

Kuba hatte den US-Behörden offenbar Hinweise auf die Ankunft des Segelschiffs gegeben. Obwohl kein Auslieferungsabkommen zwischen Havanna und Washington besteht, erklärten sich die kubanischen Behörden zur Abschiebung der Kinder und der Eltern in die USA bereit.

Das war in der Vergangenheit nicht immer so. Besonders in den sechziger und siebziger Jahren bot Kuba vielen Flüchtlingen aus den USA Schutz vor Strafverfolgung. In den vergangenen Jahren hat sich dies jedoch geändert. So lieferte der Inselstaat 2008 einen Sexualverbrecher aus; drei Jahre später übergaben die kubanischen Behörden zwei Mordverdächtige an die US-Behörden.

ulz/dpa/AP/AFP



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