Gekidnappter Unternehmersohn Mutmaßlicher Würth-Entführer angeklagt

Im Sommer 2015 wurde der Sohn des Unternehmers Reinhold Würth entführt. Nun hat die Staatsanwaltschaft Gießen gegen den mutmaßlichen Kidnapper Anklage erhoben.

"Hofgut Sassen" in Schlitz (Archiv)
DPA

"Hofgut Sassen" in Schlitz (Archiv)


Drei Jahre nach der Entführung von Milliardärssohn Markus Würth hat die Staatsanwaltschaft den Tatverdächtigen angeklagt. Die Ermittler werfen dem 48-Jährigen erpresserischen Menschenraub vor. Nun muss das Landgericht Gießen entscheiden, ob und wann der Prozess eröffnet wird.

Dem in Untersuchungshaft sitzenden Mann droht eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren. Er soll im Juni 2015 den behinderten Sohn des baden-württembergischen Unternehmers Reinhold Würth im osthessischen Schlitz entführt und drei Millionen Euro Lösegeld gefordert haben.

Nach einer gescheiterten Übergabe wurde das Opfer einen Tag später in einem Wald bei Würzburg unversehrt an einen Baum gekettet gefunden. Der Hinweis auf seinen Aufenthaltsort kam vom Entführer.

Wichtige Tonbandaufnahme

Im März dieses Jahres wurde dann der 48-jährige Serbe festgenommen. Auf dessen Spur kamen die Ermittler, nachdem sie im Zuge einer neuen Öffentlichkeitsfahndung eine Tonbandaufnahme seiner Stimme veröffentlicht hatten. Eine Frau erkannte darin einen Handwerker wieder, der bei ihr gearbeitet hatte.

Die Aufnahme ist das wichtigste Beweismittel in dem Fall: Experten können sie mit an "Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" dem Verdächtigen zuordnen. Dieser habe die Tat allerdings bestritten, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen. Derzeit mache er keine Angaben. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass noch weitere Tatverdächtige in die Entführung involviert gewesen sein könnten - die Ermittlungen hierzu dauerten an.

wit/dpa/AFP

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