Entführungsfall Würth Polizei veröffentlicht Stimme des Täters

Die Entführung des Sohns von Schrauben-Milliardär Reinhold Würth endete glimpflich. Um dem Täter auf die Spur zu kommen, haben die Ermittler nun eine Aufnahme mit der Stimme des Erpressers veröffentlicht.

Fahndung im Entführungsfall Würth: Täter sprach mit osteuropäischem Akzent
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Fahndung im Entführungsfall Würth: Täter sprach mit osteuropäischem Akzent


Am 17. Juni wurde der 50-jährige Markus Würth aus einer Wohngemeinschaft für Menschen mit Behinderung im osthessischen Schlitz entführt. Einen Tag später fanden ihn die Ermittler in einem Waldgebiet bei Würzburg. Er war an einen Baum gekettet, ansonsten aber unversehrt. Die Entführer selbst hatten der Polizei den Ort genannt. Zuvor war eine Lösegeldübergabe gescheitert.

Jetzt bittet die Polizei die Öffentlichkeit um Mithilfe beim Aufspüren des Täters. Über die Hotline 0800-1103333 ist derzeit eine Aufnahme abrufbar, auf der die Stimme des mutmaßlichen Entführers zu hören ist. Der Mitschnitt sei bei der Telefonüberwachung während der Entführung aufgezeichnet worden, erklärten die Polizei in Fulda und die Staatsanwaltschaft Gießen.

Der Mann spricht mit osteuropäischem Akzent und gibt Anweisungen für die Übergabe. "Ich werde an der Autobahn warten", sagt er. "Wenn sie ein Lichtsignal sehen, halten Sie sofort an." Dann gibt er "Geo-Koordinaten" durch und betont, wie wichtig sie seien: "Es geht um Leben und Tod, ja?" Zur Begründung für die Entführung gibt der Mann an, er brauche dringend Geld, sonst werde er "in ein paar Jahren sterben".

Die Übergabe des geforderten Lösegeldes in Höhe von drei Millionen Euro an der A3 bei Würzburg war laut Angaben der Staatsanwaltschaft gescheitert.

Der Entführungsfall soll am Mittwochabend in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" vorgestellt werden.

ala/dpa

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Papst01 13.07.2015
1. Genau bei der Polizei anrufen, zack ist man im Raster
Wenn es der Polizei ernst wäre den Typen per Stimme zu finden, würden sie den Tonschnipsel an die Medien geben, da kann jeder mit einer ganz kleinen Hürde hören ob er ihn kennt. Aber deswegen extra bei einer Hotline anrufen, wo mit Sicherheit jeder Anrufer registriert und durch irgend nen Raster laufen gelassen wird...ernsthaft? Da mach ich mich durch durch den Anruf verdächtig... Wenn ich dann noch nen osteuropäischen Pass hätte, hätt ich am nächsten Tag nen paar Kollegen in zivil zu einem Plausch vor der Tür und ich dürfte mich rechtfertigen... hat da jemand echt Bock drauf?
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