Enthauptung auf Teneriffa: "Ich bin Gott, ich werde dich zerstören"

In Spanien hat ein 28-Jähriger eine Britin in einem Supermarkt angegriffen und enthauptet. Der obdachlose Bulgare war für aggressive Ausfälle bekannt und soll bereits in der geschlossenen Psychiatrie behandelt worden sein. Offenbar lauerte er seinem Opfer auf.

Enthauptung auf Teneriffa: "Jeder wusste, dass er verrückt ist" Fotos
REUTERS

Los Cristianos - Im Badeort Los Cristianos im Südwesten der Insel Teneriffa kann von Ruhe und Erholung derzeit keine Rede sein. Touristen wie Einheimische sind entsetzt über die Bluttat, die sich hier ereignete. "Ein Mann rannte mit etwas Blutigem in der Hand umher, hinter ihm war ein Sicherheitsmann. Dann hat er es auf den Boden geworfen, und es hat mich beinahe getroffen", berichtete ein Augenzeuge namens Bernardo dem Radiosender Cadena Ser. "Was er in der Hand hatte, war ein Kopf."

Bürgermeister José Alberto González Reverón sagte vor Journalisten, die Aufzeichnungen der Überwachungskameras zeigten, wie der Mann einen Supermarkt betrat, sich ein Messer mittlerer Größe nahm und die Frau einfach enthauptete. Er habe "einen heruntergekommenen Mann" gesehen, der "mit sich selbst redete und etwas trug, was ich für einen Scherzartikel-Kopf hielt", berichtete der Brite Colin Kirby dem Online-Magazin tenerifemagazine.com.

Inzwischen hat die Polizei den mutmaßlichen Täter festgenommen und identifiziert: Es handelt sich um den aus Bulgarien stammenden 28-jährigen Deyan D. Er hatte sein Opfer, die Rentnerin Jennifer M., zunächst verfolgt und belästigt. In Tränen aufgelöst wandte sich die 60-jährige Britin daraufhin an einen Sicherheitsbeamten in der Einkaufsstraße. Der sah sich kurz um und gab der Frau grünes Licht - der Mann sei verschwunden.

D. aber hatte auf sein Opfer gewartet. Er folgte der Frau in einen chinesischen Lebensmittelladen und stach 14 Mal mit einem Küchenmesser auf sie ein. Dann trennte er ihren Kopf ab und rannte damit aus dem Geschäft. Wenige Minuten später wurde er von der Polizei überwältigt.

Die britische "Daily Mail" veröffentlichte am Sonntag Fotos von der heruntergekommenen Unterkunft des Mannes in Los Cristianos. Hier soll D. mit anderen Obdachlosen gelebt haben. In dem offenen Verschlag stapelten sich Kartons und Plastikstühle, in einer Ecke gab es einen kleinen Altar mit Jesusbild und einer Bibel.

"Jeder hier wusste, dass er verrückt ist", sagte eine Anwohnerin dem Blatt. "Er stand immer am Strand und hat laute Gespräche mit Gott geführt." In den vergangenen Tagen soll sich D. zunehmend aggressiv verhalten und Touristen belästigt haben. "Ich bin Gott und ich werde dich fertig machen. Ich werde dich zerstören", soll er geschrien haben.

Spanische Medien berichteten unter Berufung auf Polizeikreise, der Angreifer sei bereits in der geschlossenen Psychiatrie behandelt worden, nachdem er einem Mann die Zähne ausgeschlagen habe. Erst im Februar sei er aus der Klinik entlassen worden.

Eine Tochter des Opfers beschrieb die getötete 60-Jährige in einer Erklärung als Frau "voller Leben und mit einem großen Herzen". Die Großmutter von fünf Enkeln sei vor wenigen Jahren in Rente gegangen und zwischen ihrem Altersruhesitz in Teneriffa und ihren Töchtern in Frankreich und England hin- und hergereist.

Die Kanareninsel Teneriffa gehört zu den wichtigsten spanischen Urlaubszielen. In Los Cristianos leben zahlreiche Briten dauerhaft. Die brutale Enthauptung machte am Samstag Schlagzeilen in den Zeitungen: "Macheten-Horror auf Urlaubsinsel" titelte die "Sun", "Verrückter schneidet Britin Kopf ab", hieß es im "Daily Mirror".

ala/AFP

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