Opfer von Polizeigewalt New York zahlt Familie von Eric Garner 5,9 Millionen Dollar

Vor fast einem Jahr starb Eric Garner im Würgegriff eines Polizisten. Nun hat sich die Stadt New York außergerichtlich mit der Familie des sechsfachen Vaters geeinigt. Die Hinterbliebenen erhalten knapp sechs Millionen Dollar.

Eric Garners Mutter Gwen: New York einigt sich mit den Hinterbliebenen
AFP

Eric Garners Mutter Gwen: New York einigt sich mit den Hinterbliebenen


Eric Garner soll vor einem Laden in Staten Island Zigaretten verkauft haben. Deshalb wollen ihn Polizisten durchsuchen, doch der 43-Jährige wehrt sich. Einer der Beamten versucht, Garner festzunehmen und nimmt ihn verbotenerweise in den Schwitzkasten. Dann ringen Beamte den mehr als 150 Kilogramm schweren Mann zu Boden.

"I can't breathe", er könne nicht atmen, sagt Garner immer wieder. Die Polizisten ignorieren ihn. Der Mann verliert das Bewusstsein, im Krankenhaus stellen die Ärzte seinen Tod fest.

Ein Augenzeuge hielt den Vorfall auf Video fest, es war der erste einer langen Kette von Fällen, die in den USA eine Diskussion über Polizeigewalt gegen Schwarze ausgelöst haben. "I can't breathe" ist ein Slogan, der seither immer wieder bei Protesten gegen gewalttätige und rassistische Polizisten gerufen wird.

Garners Familie hatte eine Entschädigung in Höhe von 75 Millionen Dollar gefordert. Bis zum ersten Jahrestag des Todes an diesem Freitag sollte New York zahlen, andernfalls wollten die Angehörigen vor Gericht ziehen. Nun haben sich die Stadt und die Hinterbliebenen außergerichtlich geeinigt. Die Familie erhält 5,9 Millionen Dollar.

Scott Stringer, Stadtkämmerer von New York City, verteidigte die Einigung: "Nach einer juristischen Bewertung der Forderungen und der Fakten in diesem Fall hat mein Amt eine Vereinbarung mit der Familie von Eric Garner getroffen, die im besten Interesse aller Parteien ist", teilte der demokratische Politiker mit. Im vergangenen Jahr hatte Stringer Garners Tod bereits als Tragödie bezeichnet.

Für den Polizisten, der Garner gewürgt hatte, blieb die Tat ohne juristische Folgen. Der Beamte entging einer Anklage. New Yorks Polizei hat ihre internen Ermittlungen zu dem Fall abgeschlossen. Eine Entscheidung über mögliche Disziplinarmaßnahmen gegen die anderen an der Festnahme beteiligten Polizisten steht aber noch aus.

syd/AP



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