Ermordete Schwangere in Berlin Staatsanwaltschaft fordert Höchststrafe für Angeklagte

Eine Schwangere wird geschlagen, mit Benzin übergossen und bei lebendigem Leib verbrannt: Der Ex-Freund des Opfers und ein Bekannter sollen für den Mord 15 Jahre in Haft.

Erinnerung an Maria P. (Archivfoto): Angeklagte sollen 15 Jahre in Haft
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Erinnerung an Maria P. (Archivfoto): Angeklagte sollen 15 Jahre in Haft


Im Prozess um den Mord an der hochschwangeren Berufsschülerin Maria P. hat die Anklage die Höchststrafe für die beiden Angeklagten gefordert: Eren T. und Daniel M. sollen nach dem Willen der Berliner Staatsanwaltschaft 15 Jahre ins Gefängnis. T. und M. seien des gemeinschaftlichen Mordes in einem besonders schweren Fall schuldig, sagte Staatsanwalt Martin Glage vor der Jugendkammer des Landgerichts Berlin.

Der Tod der Schülerin Maria P. hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Die 19-Jährige war am späten Abend des 22. Januar 2015 mit einem Totschläger verprügelt und mit einem Brotmesser in den Bauch gestochen worden. Anschließend wurde sie nach Aussage von zwei Brandgutachtern mit Benzin übergossen und bei lebendigem Leib verbrannt. P. war im achten Monat schwanger, Eren T. war Vater des ungeborenen Kindes.

Die Berufsschülerin habe "unerträgliche Qualen körperlicher und seelischer Art" erlitten, sagte Glage in seinem Plädoyer. Der Feuertod der 19-Jährigen erfülle die Mordmerkmale der Heimtücke, der niedrigen Beweggründe und der Grausamkeit.

Der Staatsanwalt warf dem Kindesvater eine "außerordentlich perfide Tatvorbereitung" vor. Dieser habe den Mord an seiner früheren Partnerin von langer Hand geplant und damit die Geburt des ungewollten Kindes verhindern wollen. Eren T. habe sich Monate nach der Trennung von seiner Partnerin erneut deren Vertrauen erschlichen und seinen gewaltbereiten Bekannten Daniel M. angeworben.

Angeklagte beschuldigten sich gegenseitig

Eren T. war zur Tatzeit 19 Jahre und elf Monate alt. Daniel M. ist vier Monate jünger. Die Staatsanwaltschaft schloss sich in ihrem Plädoyer den Aussagen psychiatrischer Gutachter an. Demnach sind beide Angeklagten voll schuldfähig, wegen mangelnder Reife aber nach dem Jugendstrafrecht zu verurteilen. Der Anwalt der als Nebenkläger aufgetretenen Familie von Maria P. schloss sich den Forderungen der Staatsanwaltschaft an.

Die jungen Männer hatten während des Prozesses zu den Vorwürfen geschwiegen, sich aber zuvor gegenüber der Polizei gegenseitig belastet. Unstrittig ist, dass beide Männer mit der jungen Frau am Tatabend unterwegs waren. Den eigentlichen Mord wollen aber weder Eren T. noch Daniel M. begangen haben.

Daniel M. hatte zwar die Messerstiche eingeräumt, diese seien aber ein Versehen gewesen beim Versuch, Maria vor Eren zu beschützen. Sein Verteidiger Michael Sternal plädierte deshalb für seinen Mandanten auf Freispruch.

Die Staatsanwaltschaft geht dagegen davon aus, dass der vorbestrafte M. aus schierer Gewaltlust seinem Bekannten Eren T. zur Hand gegangen war. Der zweifache Vater habe die "unfassbar grausame Tat zu seinem Vergnügen begangen".

ulz/AFP



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