Zu viele Profile erstellt Ex-Angestellte verklagt Seitensprungagentur Ashley Madison

Binnen drei Wochen habe sie Tausende Sexgesuche verfassen müssen: Eine ehemalige Mitarbeiterin einer Seitensprungagentur verklagt ihren Ex-Arbeitgeber auf 15 Millionen Euro. Ihr Vorwurf? Sie soll sich beim Schreiben überarbeitet haben.

Vor dem Computer: Eine Frau betrachtet eine Dating-Website
DPA

Vor dem Computer: Eine Frau betrachtet eine Dating-Website


Hamburg - Sie arbeitete für die kanadische Website "Ashley Madison", die verheirateten Männern und Frauen Seitensprünge ermöglichen soll. Zu den Aufgaben der Brasilianerin soll es gehört haben, Profile ins Portugiesische zu übersetzen und Frauen anzupreisen, die es gar nicht gab - bis sich die Mitarbeiterin der Untreueplattform am Handgelenk verletzte, wie die kanadische Zeitung "Toronto Star" berichtet.

Nun verklagt sie ihren Ex-Arbeitgeber auf 15 Millionen Euro. Sie habe so viele Sexgesuche schreiben müssen, dass sie arbeitsunfähig geworden sei, heißt es in der Klage, die jetzt das "Canadian Lawyer Magazine" veröffentlichte.

Die Mitarbeiterin habe, schrieb ihr Anwalt, "Profile von Frauen, die gar nicht in der wirklichen Welt existieren, mit Beschreibungen und Vorlieben und dem Typ Männern, die sie suchen, erfinden müssen, sogar mit Fotos".

Weil sie innerhalb von drei Wochen Tausende Profile habe schreiben müssen und ihr Chef auf immer mehr gedrängt habe, sei sie durch "überhöhte Anforderungen bei der Tastaturarbeit" arbeitsunfähig geworden. Die Seitensprungagentur wollte die Klage nicht kommentieren.

Im Februar hatte der deutsche Ableger der Seitensprungagentur mit FDP-Politiker Rainer Brüderle fürs Fremdgehen geworben, vor zwei Jahren machte sie mit CSU-Chef Horst Seehofer Werbung.

kha/dpa

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
3xo 12.11.2013
1. Kandidaten
Solange es keine Neuroleptika und Betreuer gab, infolge der Leugnung des Beschäftigungsverhältnises, seitens des AG, könnte es schwer werden. Auch wenn die Politik keinen Einfluss auf den AG nimmt. Ggf. dient ihre Förderung als Scherz, um wirklich geschädigten Arbeitnehmern den Klageweg zu beschränken.
thomas.b 12.11.2013
2. machen doch alle
Wer sich da anmeldet, hat das Prinzip nicht kapiert. Von 100 Frauenprofilen ist eines echt. Diese Portale sind durch die Bank weg zur puren Betrügerei verkommen. Das erfährt man aber nur von Insidern.
totak 12.11.2013
3.
Ich behaupte mal, dass das in der "analogen Welt" auch nie anders war. Wie sonst könnte man sich die ständige Wiederkehr der "bildhübschen Krankenschwester", des "erfolgreichen, sportlichen Geschäftsmanns", der "vermögenden Witwe mit gepflegter Erscheinung", etc. in den Zeitungsanzeigen der Partneragenturen erklären? Der Beschiss wurde einfach in die virtuelle Welt transferiert.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.