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Ex-Krankenpfleger: Weitere sieben mögliche Opfer von Niels H. gefunden

Der Pfleger brachte den Tod. Niels H. spritzte Patienten ein Herzmittel, dann wollte er sie wiederbeleben. Dutzende Menschen starben auf diese Weise. Jetzt sind sieben weitere mögliche Opfer entdeckt worden.

Niels H. vor Gericht (Archiv): Der Ex-Pfleger wurde 2015 zu lebenslänglich verurteilt Zur Großansicht
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Niels H. vor Gericht (Archiv): Der Ex-Pfleger wurde 2015 zu lebenslänglich verurteilt

Der wegen Mordes verurteilte Ex-Krankenpfleger Niels H. hat möglicherweise sieben weitere Patienten getötet. Das hätten die Exhumierungen mehrerer Leichen auf Friedhöfen in Stuhr und Ganderkesee nahe Delmenhorst in Niedersachsen ergeben, teilten die Staatsanwaltschaft Oldenburg und die dortige Polizei mit.

Bei den Leichen seien Rückstände eines Herzmedikaments nachgewiesen worden, mit dem der Pfleger am Klinikum Delmenhorst Patienten getötet hatte. Damit erhöhte sich die Zahl der möglichen weiteren Opfer auf 21 seit Beginn der Exhumierungen.

Das Landgericht Oldenburg hatte Niels H. im vergangenen Februar unter anderem wegen Mordes und Mordversuchs an Patienten am Klinikum Delmenhorst in fünf Fällen zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Prozess hatte er gestanden, von 2003 bis 2005 etwa 30 Patienten getötet zu haben, indem er ihnen ein hochwirksames Herzmedikament spritzte. Er habe die Opfer danach wiederbeleben wollen.

Mehr als 200 Verdachtsfälle

Die Polizei geht mehr als 200 Verdachtsfällen nach. Staatsanwaltschaft und Polizei untersuchen in der Sonderkommission "Kardio" sämtliche Todesfälle an dem Krankenhaus, die sich während der Dienstzeit von H. dort ereigneten. Auch Sterbefälle in Delmenhorst und Wilhelmshaven werden überprüft

In den vergangenen Monaten ließen die Ermittler deswegen zahlreiche Gräber auf Friedhöfen öffnen. Insgesamt seien inzwischen 63 ehemalige Patienten des Klinikums Delmenhorst exhumiert worden. Auch zurzeit liefen wieder Exhumierungen, sagte eine Polizeisprecherin. Diese werden die Polizei voraussichtlich noch mehrere Monate beschäftigen. Danach ist ein neuer Prozess möglich.

alb/dpa

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