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Tödliche Schüsse auf Afroamerikaner: Proteste vor Polizeizentrale in Los Angeles

Los Angeles: Schwarz, jung, unbewaffnet Fotos
AFP

Ezell Ford starb nur zwei Tage nach Michael Brown. Auch er war schwarz, jung, unbewaffnet - und wurde von Polizisten erschossen. Nun gibt es auch in Los Angeles Proteste gegen Polizeigewalt.

Los Angeles - Hunderte Menschen haben vor der Zentrale der Polizei von Los Angeles gegen Polizeigewalt protestiert. "Sperrt die Killer-Cops ein!", war auf einem Schild zu lesen, auf einem anderen stand als Referenz zum Fall Michael Brown: "Erschießt mich nicht!" Der Satz ist zum Motto der afroamerikanischen Proteste gegen Polizeigewalt geworden, seit Brown in der Kleinstadt Ferguson von einem Polizisten erschossen wurde, obwohl er, so schilderte es zumindest sein Begleiter, die Hände gehoben hatte.

Anlass für die Demonstration in Los Angeles war jedoch ein anderer Polizeieinsatz mit tödlichem Ausgang: Ezell Ford ging am vergangenen Montag im Süden der Metropole auf einem Fußgängerweg, als er von Polizisten angesprochen wurde. Der junge Mann, wie Brown ein Afro-Amerikaner, sei aber einfach weitergelaufen und habe "verdächtige Bewegungen" gemacht, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. So habe er die Hände in seinen Taschen vergraben. Als er dann von den Polizisten angehalten worden sei, soll er einen davon attackiert und versucht haben, ihm die Dienstwaffe zu entreißen.

Ein Kollege des mutmaßlich angegriffenen Beamten habe dem jungen Mann in den Rücken geschossen, heißt es in dem Polizeibericht. Fast zeitgleich habe auch der erste Polizist einen Schuss auf Ford abgefeuert. Dem Verletzten hätten sie Handschellen angelegt und umgehend die Rettungskräfte alarmiert. Ford starb wenig später im Krankenhaus - zwei Tage nach dem Tod von Michael Brown.

Ezell Ford ist bei der Polizei kein Unbekannter. Laut "Washington Post" war er wegen des Besitzes von Marihuana und einer illegalen Waffe vorbestraft, im Januar soll er in Long Beach Hausfriedensbruch begangen haben. Verwandte sagten der Nachrichtenagentur AP, Ford sei psychisch krank gewesen. Seinen Eltern zufolge litt er an Despressionen, schließlich wurde bei ihm Schizophrenie diagnostiziert.

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Der junge Mann, der von einer Karriere als Basketballstar träumte, habe sich anders verhalten als von den Beamten geschildert. Ein Cousin des Opfers, der nach eigenen Aussagen Augenzeuge des Vorfalls war, sagte dem Sender KTLA: "Sie haben ihn zu Boden gebracht und ihm grundlos in den Rücken geschossen, obwohl sie von seiner Krankheit wussten. Jeder Polizist aus dem Bezirk weiß das."

Eine andere Verwandte gab an, es seien noch Schüsse gefallen, als Ford schon auf dem Boden lag. Der Vorfall werde noch untersucht, teilte die Polizei mit. Sie sucht nun nach weiteren Zeugen.

vks/AP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 14 Beiträge
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1. Relevanz?
mariameiernrw 18.08.2014
Zitat von sysopAFPEzell Ford starb nur zwei Tage nach Michael Brown. Auch er war schwarz, jung, unbewaffnet - und wurde von Polizisten erschossen. Nun gibt es auch in Los Angeles Proteste gegen Polizeigewalt. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/ezell-ford-protest-in-los-angeles-nach-schuessen-auf-afro-amerikaner-a-986711.html
Was ist die Relevanz für Deutschland, wenn in einer fast vier Millionenstadt "Hunderte" demonstrieren?
2. Stehen bleiben
Linebacker1962 18.08.2014
"....als er von Polizisten angesprochen wurde. Der junge Mann, wie Brown ein Afro-Amerikaner, sei aber einfach weitergelaufen...." Wenn mich in den USA ein Polizist auffordern würde stehenzubleiben, dann bleibe ich stehen. Ist gerade bei den Burschen des LAPD sehr gesundheitsförderlich.
3. Ein bisschen Victim Blaming...
elblette 18.08.2014
Zitat von Linebacker1962"....als er von Polizisten angesprochen wurde. Der junge Mann, wie Brown ein Afro-Amerikaner, sei aber einfach weitergelaufen...." Wenn mich in den USA ein Polizist auffordern würde stehenzubleiben, dann bleibe ich stehen. Ist gerade bei den Burschen des LAPD sehr gesundheitsförderlich.
… kann nie schaden. Wäre er doch stehen geblieben, dann wäre ihm nichts passiert. Selbst schuld, oder?
4. Sich bedroht fühlen
mynona4 18.08.2014
In den USA hat man anscheinend guten Grund, sich bedroht zu fühlen, wenn ein Polizist in Sichtweite kommt. Nach dem in weiten Teilen der USA geltenden Recht, sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu wehren, wenn man sich bedroht fühlt, wäre es doch auch Notwehr, wenn ich einen Polizisten über den Haufen schieße sobald ich ihn sehe.
5. Jeder Tote ist einer zuviel
Wahrheit2011 18.08.2014
Zitat von elblette… kann nie schaden. Wäre er doch stehen geblieben, dann wäre ihm nichts passiert. Selbst schuld, oder?
Ich finde es schlimm, dass schon wieder ein Mensch von der Polizei erschossen wurde. Dennoch stört mich der teils unterschwellig (nicht von Ihnen, sondern allgemein, Frau / Herr elblette), teilweise auch ganz offen verbreitete Eindruck, die US-Polizei besteht nur aus Rassisten. Oder nur aus Rassisten, die das Ziel haben, farbige Teenager zu erschießen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man so den Polizistinnen und Polizisten gerecht wird. Was wäre wohl geschehen, wenn dieser Teenager tatsächlich zu einer Waffe gegriffen hätte und einen oder zwei Menschen erschossen hätte? Weil die Polizei unter keinen Umständen wieder einen Farbigen verletzen oder erschießen will, nicht mal einen Warnschuss abgegeben hätte. Dann würde jetzt davon gesprochen werden, wozu die Polizei denn eigentlich da ist. WEnn nicht zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger, gleich welcher Hautfarbe. Die Polizei würde immer kritisiert werden. Und das ist unfair.
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