Thailand 30 Jahre Haft für Majestätsbeleidigung per Facebook

Den König oder seine Familie zu beleidigen, ist in Thailand ein schlimmes Verbrechen. Jetzt wurde ein Facebook-User zu einer extrem harten Strafe verurteilt. Das Verfahren war äußerst fragwürdig.

Thailändischer König: Seit vielen Jahrzehnten auf dem Thron
AFP

Thailändischer König: Seit vielen Jahrzehnten auf dem Thron


Sechs Kommentare auf Facebook sind einem Thailänder zum Verhängnis geworden. Mit der Veröffentlichung habe er Majestätsbeleidigung begangen, hat ein Gericht in Thailand befunden - und den Mann zu 30 Jahren Haft verurteilt, wie Anwälte berichteten.

Eigentlich lag die Strafe bei 60 Jahren - zehn Jahre Haft für jeden Facebook-Eintrag. Weil der Mann ein Geständnis ablegte, wurde das Strafmaß halbiert. Das Urteil fällte ein Militärgericht. Der Mann kann nicht in Berufung gehen. Thailand wird seit einem Putsch im Mai 2014 von einer Junta regiert.

Was genau die Anklage auslöste, darf niemand sagen. Eine Wiederholung der Kommentare würde ihrerseits eine weitere Anklage nach sich ziehen.

Die Organisation Thailändische Anwälte für Menschenrechte verurteilte das Strafmaß. "Es ist die höchste Strafe, die je in einem solchen Fall verhängt worden ist", sagte Anwältin Poonsuk Poonsukcharoen. Die Gesetze gegen Majestätsbeleidigung sind drakonisch.

Thailand hat zwar eine konstitutionelle Monarchie, der königliche Haushalt gehört aber zu den mächtigsten Institutionen im Land. König Bhumibol Adulyadej ist seit 1946 auf dem Thron.

ulz/dpa/AP

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