Drogentunnel in Arizona entdeckt: Schmuggeln für Profis

220 Meter lang, bis zu 17 Meter unter der Erde: An der US-Grenze zu Mexiko haben Fahnder zwei Tunnel von Drogenschmugglern entdeckt. Ein Geheimweg begann unter einem Waschbecken, in dem anderen war selbst für Beleuchtung und Belüftung gesorgt.

Hamburg - Ein unscheinbares, einstöckiges Haus in San Luis, Arizona, direkt an der Grenze zwischen den USA und Mexiko: Hier bemerkten Ermittler der US-Drogenfahndung DEA ein "verdächtiges Kommen und Gehen", das Gebäude wurde deshalb seit Januar überwacht - zu Recht, wie sich nun herausstellte.

Unter dem Haus entdeckten die Fahnder einen ausgeklügelten Schmugglertunnel. Er ist etwa 220 Meter lang und führt direkt unter der Grenze hindurch nach Mexiko, in den Nachbarort San Luis Rio Colorado.

Der Tunnel liegt laut DEA bis zu 17 Meter tief unter der Erde und ist mit Beleuchtung und Belüftung ausgestattet. Den Angaben zufolge ist er etwa 1,80 Meter hoch, so dass ein durchschnittlich großer Mann darin aufrecht stehen kann.

"Wenn man sieht, wie dieser Tunnel konstruiert ist, merkt man: Das kann ein durchschnittlicher Bergwerksarbeiter nicht bauen", sagte Douglas Coleman von der DEA. Um so etwas hinzukriegen, brauche es schon jemanden mit einer gewissen technischen Erfahrung. "Niemand würde einen solchen Tunnel bauen, ohne dass ein Kartell davon weiß."

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Schmugglerwege: Tunnel unter dem Waschbecken
Die Ermittler nahmen zudem drei Verdächtige fest, bei denen mehr als 17 Kilogramm Amphetamine gefunden wurden.

Da die Kontrollen an der amerikanisch-mexikanischen Grenze in den vergangenen Jahren verschärft wurden, setzen die Drogenbosse verstärkt auf Tunnel, um ihre Ware in die USA zu bringen. Laut DEA wurden in den vergangenen Jahren allein in Arizona und Texas rund 140 Tunnel entdeckt.

Am Mittwoch fanden mexikanische Sicherheitskräfte einen Tunnel, der in der Stadt Tijuana begann und offenbar ins kalifornische San Diego führen sollte. Die Ermittler kamen den Schmugglern jedoch zuvor: Der Tunnel war nicht fertig und endete nach 200 Metern noch auf der mexikanischen Seite der Grenze. Er begann unter einem Waschbecken im Badezimmer.

hut/Reuters/AP

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