Fatale Ticketautomaten-Sprengung Gericht verurteilt Täter wegen versuchten Mordes

Drei Männer sprengen einen Ticketautomaten, einer wird verletzt und stirbt wenig später. Wegen dieser Tat hat das Landgericht Hanau die zwei Überlebenden zu langen Haftstrafen verurteilt. Sie hatten ihren Komplizen nicht ins Krankenhaus gebracht.

Fahrkartenautomat der Deutschen Bahn in Wiesbaden:
DPA

Fahrkartenautomat der Deutschen Bahn in Wiesbaden:


Hanau - Das Landgericht Hanau hat zwei Männer, die im vergangenen Jahr einen Fahrkartenautomaten gesprengt hatten, wegen versuchten Mordes zu fünf und sieben Jahren Haft verurteilt. Der 52-Jährige und der 35-Jährige hatten am 17. September 2013 einen Fahrkartenautomaten bei Wittighausen in Baden-Württemberg in die Luft gejagt. Die Explosion war so stark, dass auch das Wartehäuschen daneben barst. Dabei wurde ein dritter Täter durch umherfliegende Gehäuseteile schwer verletzt.

Der 52-Jährige und der 35-Jährige fuhren ihren stark blutenden Komplizen fast zwei Stunden lang mit dem Auto durch die Gegend. Noch auf der Fahrt erlag der Mann auf der Rückbank des Wagens seinen Kopfverletzungen. In Bad Soden-Salmünster, 120 Kilometer vom Tatort entfernt, legten die Täter die Leiche auf einem Parkplatz ab und riefen die Polizei.

Im Prozess sagte ein medizinischer Gutachter, das Opfer wäre auch dann nicht zu retten gewesen, wenn seine Mittäter sofort Hilfe geholt hätten. Laut Gerichtssprecher enthielt der Fahrkartenautomat weniger als 300 Euro, der Sachschaden betrug 32.000 Euro.

hut/dpa

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