Fahrlässige Tötung: Michael Jacksons Arzt weist Schuld von sich

Nur kurz war Conrad Murray der Leibarzt von Michael Jackson - dann starb der Sänger an der Überdosis eines Narkosemittels. Bei der Klageerhebung vor einem Gericht in Los Angeles wies der Mediziner nun jegliche Verantwortung für den Tod zurück.

Todesfall Michael Jackson: Dr. Murray plädiert auf "nicht schuldig" Fotos
REUTERS

Los Angeles - Michael Jacksons früherer Leibarzt hat in einer Anklage wegen fahrlässiger Tötung auf "nicht schuldig" plädiert. "Euer Ehren, ich bin ein unschuldiger Mann", sagte der Kardiologe Conrad Murray, 57, nach Angaben der "Los Angeles Times" am Dienstag in Los Angeles. Vor dem Richter Michael Pastor musste sich der Mediziner zum Tod des Sängers im Sommer 2009 äußern. Der Prozess soll am 28. März beginnen, berichtete der Internetdienst "Tmz.com". Die Mutter des Sängers, Katherine Jackson, und Bruder Randy waren im Gerichtssaal zugegen.

Im Falle einer Verurteilung drohen dem Mediziner bis zu vier Jahre Haft. Jackson war am 25. Juni 2009 an einer Überdosis des Narkosemittels Propofol gestorben. Der Sänger war 50 Jahre alt.

Richter Michael Pastor will Ende März das Verfahren mit der Auswahl der Jury eröffnen. Damit haben der Arzt und sein Team von Juristen damit nun einige Wochen Zeit, den Prozess vorzubereiten. Sein Mandant freue sich darauf, "seine Seite der Geschichte zu erzählen", sagte Murrays Anwalt Ed Chernoff nach dem Gerichtstermin.

Prozessbeobachter gehen davon aus, dass das Verfahren bis zu zwei Monate dauern kann. Richter Pastor hatte Mitte Januar nach einer sechstägigen Anhörung entschieden, dass die Beweislast gegen Murray einen Prozess rechtfertigt. Er verhängte auch ein sofortiges Berufsverbot für den Herzspezialisten. Bei der Anhörung meldeten sich mehr als 20 Zeugen zu Wort. Ein Gerichtsmediziner hielt Murray ärztliche Fehler und die Verletzung seiner Sorgfaltspflicht vor. Ein Apotheker sagte aus, Murray habe bei ihm große Mengen des Narkosemittels bestellt, das gewöhnlich nur bei Operationen zum Einsatz kommt.

Der angeklagte Mediziner hatte zuvor eingeräumt, dem Sänger kurz vor dessen Tod erst Beruhigungspillen gegeben und dann das Narkosemittel gespritzt zu haben. Laut Murray war die Dosis aber viel zu niedrig, um einen Herzstillstand hervorzurufen.

Murray war im Mai 2009 von Jackson als Leibarzt eingestellt worden. Der Sänger soll selbst darauf bestanden haben, dass der Mediziner ihn vor und während seiner von Juli an geplanten Konzertreihe in London betreuen würde. Murray hatte Steuerschulden und stand wegen ausstehender Unterhaltszahlungen für seine unehelichen Kinder mehrfach vor Gericht. Sein Gehalt als Jacksons Leibarzt betrug angeblich 150.000 Dollar pro Monat.

wit/ulz/dpa

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insgesamt 2 Beiträge
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1. ..
flowpower22 26.01.2011
Zitat von sysopNur kurz war Conrad Murray der Leibarzt*von Michael Jackson -*dann starb der Sänger an der Überdosis eines Narkosemittels. Bei der Klageerhebung vor einem Gericht in Los Angeles wies der Mediziner nun*jegliche Verantwortung für den Tod*zurück. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,741618,00.html
Murray hat einen Hochschulabschluss in Medizin und musste sich von eienm Nigger herumkommandieren lassen. Was zu viel ist ist halt zu viel.
2. fahrlässig...
stephaniex 26.01.2011
Der Arzt hat fahrlässig gehandelt..., jedoch rege ich mich immer noch mehr über verfälschende Medienbericht-Erstattung während des Prozesses auf. Diese Anschuldigungen und die Medien, die selektiv eine Jackson schadende Zeile aus einem 80-seitigen Tages-Gerichtsprotokoll zitierten, haben meines Erachtens den Sänger erst in die Drogensucht getrieben. Hierzu auch Charles Thomson: "Michael Jackson: It's Time For Outlets to Take Responsibility in Covering the Rock Star" http://www.huffingtonpost.com/charles-thomson/michael-jackson-its-time_b_482176.html Ich habe die Gerichtsprotokolle gelesen und fand - wie der Autor Charles Thomson - die Medienberichterstattung skandalös.
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