Der Fall Amanda Knox:
Knox-Anwalt Ted Simon betonte, dass seine Mandantin nicht verpflichtet sei, persönlich zu dem neuen Prozess zu erscheinen. Ihr italienischer Anwalt Carlo Dalla Vedova erwartet nach eigener Aussage nicht, dass die 25-Jährige anreisen werde.
Kernfrage ist US-Juristen zufolge, ob Knox nach Italien ausgeliefert werden könne, falls sie im neuen Verfahren schuldig gesprochen und dieses Urteil von Berufungsinstanzen bestätigt werde. Wahrscheinlich werde Italien in einem solchen Fall eine Auslieferung beantragen, sagte Rechtsexperte Paul Callan in einem CNN-Interview. Es sei aber fraglich, ob die USA diesem Ersuchen folgen würden.
Callan verwies auf das geltende US-Recht, demzufolge in den Vereinigten Staaten niemand zweimal wegen desselben Verbrechens vor Gericht gestellt werden dürfe. Demnach könnten die US-Behörden argumentieren, dass der Fall nach dem vorausgegangenen Freispruch für Knox erledigt sei. Umgekehrt könnten die italienischen Stellen darauf pochen, dass nach ihrem Landesrecht ein Verfahren erst dann abgeschlossen sei, wenn es alle Instanzen durchlaufen habe.
Insgesamt halten es US-Experten aber für eher unwahrscheinlich, dass es zu einer Auslieferung kommen würde. Ein solcher Schritt sei zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht in Sicht, so Knox-Anwalt Simon.
Knox und ihrem früheren Freund Raffaele Sollecito wird vorgeworfen, die britische Austauschstudentin Meredith Kercher 2007 in Perugia bei ausufernden Sexspielen getötet zu haben. Nach einer ersten Verurteilung waren sie im Oktober 2011 in zweiter Instanz freigesprochen worden. Dagegen hatten die Familie des Opfers und die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt.
hut/dpa/AP
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