Fall Jonny K. Schläger vom Alexanderplatz rechtskräftig verurteilt

Der junge Berliner Jonny K. wurde im Oktober 2012 in der Nähe des Alexanderplatzes brutal getötet. Nun hat der Bundesgerichtshof die mehrjährigen Haftstrafen gegen die Täter bestätigt.

Gedenkstätte am Tatort Alexanderplatz: Urteile gegen Täter rechtskräftig
DPA

Gedenkstätte am Tatort Alexanderplatz: Urteile gegen Täter rechtskräftig


Berlin - Keine Gnade für die Schläger vom Berliner Alexanderplatz: Die Angreifer, die vor anderthalb Jahren den 20-jährigen Jonny K. totprügelten, müssen ihre Haftstrafen antreten. Der Bundesgerichtshof verwarf die Revisionen der Beschuldigten als unbegründet - somit ist das Urteil des Landgerichts Berlin von August 2013 rechtskräftig. Als dieses fiel, waren die Täter zwischen 20 und 25 Jahre alt.

Fünf der sechs Verurteilten waren bislang noch auf freiem Fuß, müssen nun aber ihre Strafe wegen gefährlicher Körperverletzung antreten. Die gegen sie verhängten Haftstrafen bewegen sich zwischen zwei Jahren und acht Monaten sowie zwei Jahren und drei Monaten nach Jugendrecht.

Der sechste Täter sitzt bereits im Gefängnis. Bei dem Mann handelt es sich um einen vorbestraften Ex-Boxer, der wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden war.

Die Schwester des Getöteten, Tina K., zeigte sich am Montag erleichtert über die endgültige Entscheidung. "Nun ist die Sache abgeschlossen", sagte sie nach Angaben von Anwalt Roland Weber. Sie hatte wiederholt beklagt, dass die Schläger noch auf freiem Fuß waren. Die nun rechtswirksame Verurteilung sei ein deutliches Zeichen gegen Gewalt, sagte Weber, zugleich der Berliner Opferbeauftragte, der Nachrichtenagentur dpa.

Jonny K. war im Oktober 2012 nach einem Barbesuch nahe dem Alexanderplatze von einer Gruppe junger Männer mit Tritten und Schlägen malträtiert worden. Die Angreifer kannte er nicht, er wollte einen Streit schlichten. Laut Urteil war das Verhalten des Ex-Boxers der Auslöser des tragischen Geschehens. Er hatte demnach Jonny einen wuchtigen Faustschlag ins Gesicht versetzt und damit das Signal für die anderen Schläger gegeben.

Der 20-Jährige starb kurz nach der Prügelattacke an Gehirnblutungen. Der brutale Angriff hatte bundesweit Entsetzen und eine neue Debatte über Jugendgewalt ausgelöst.

jbe/dpa



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