Fall Kachelmann Wehe, Sie sind prominent!

Jörg Kachelmann ist ein erfolgreicher und beliebter TV-Moderator, ein gemachter Mann. Doch was die Justiz ihm in den vergangenen Monaten zugemutet hat, hat vor allem mit seiner Bekanntheit zu tun - von Promibonus keine Spur.

Ein Kommentar von


Endlich! Die Entscheidung des Oberlandesgerichts Karlsruhe war überfällig.

Der ARD-Wettermoderator Jörg Kachelmann, der seit dem 20. März in U-Haft saß, hätte längst auf freien Fuß gesetzt werden müssen. Verglich man das Vorgehen der Justiz mit Fällen, in denen sogar hochgefährliche Straftäter vor dem Verfahren freikamen, weil die rechtlichen Voraussetzungen für eine weitere Inhaftierung nicht mehr gegeben waren, dann rieb man sich im Fall Kachelmann von Woche zu Woche mehr die Augen.

Um es klar zu sagen: Ein Freispruch ist die Entlassung aus der Untersuchungshaft nicht. Über Schuld und Unschuld wird alleine vor Gericht entschieden.

Dennoch hatte das Landgericht Mannheim, vor dem am 6. September das Strafverfahren gegen den der Vergewaltigung einer Freundin angeklagte Wettermann beginnen soll, kürzlich einen Antrag Kachelmanns auf Haftentlassung als unbegründet abgelehnt. Und dies angesichts einer Verdachtslage, die alles andere als eindeutig erscheint.

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Jörg Kachelmann: Der Wettermann
Das liegt schon am Tatvorwurf. Wer weiß schon, was sich hinter Schlafzimmerwänden abspielt? Von Kachelmann sind mittlerweile mehr Dinge bekannt, als die Öffentlichkeit zu interessieren hat. Das Harmloseste davon ist noch, dass er kein treuer Gefährte ist, sondern eher ein Luftikus und notorischer Herzensbrecher.

Ist es nicht denkbar, dass eine Enttäuschte, Betrogene, Verlassene ihm heimzahlen will, was er ihr angetan hat?

Verletzungen selbst zugefügt?

Hochangesehene, auf die Analyse von Aussagen spezialisierte Wissenschaftler, und die Verteidigung haben Zweifel angemeldet, ob die Frau wirklich die Wahrheit sagt. Und Rechtsmediziner sind sich nicht einig, ob sich die Journalistin ihre angeblichen Verletzungen nicht doch selbst zugefügt hat.

Kachelmanns Anwalt Reinhard Birkenstock hat nichts unversucht gelassen, seinen Mandanten aus der misslichen Situation der Untersuchungshaft zu befreien, damit wenigstens seine bürgerliche Existenz nicht auch noch ruiniert wird. Nachdem schon Kachelmanns Fernsehkarriere allein in Folge des Tatverdachts erledigt sein dürfte.

Als die Mannheimer Richter noch immer mit Fluchtgefahr argumentierten, weil Kachelmann Schweizer ist, hatte Birkenstock bereits ein Rechtsgutachten vorgelegt, wonach sich sein Mandant auch in der Schweiz den Behörden hätte stellen müssen. In Mannheim wurde es ignoriert.

Unerbittliche Haltung

Was also bewog die dortigen Richter zu ihrer unerbittlichen Haltung? Hat es doch wieder eine Rolle gespielt, dass man einen "Promi" vor der Flinte hatte und auf dessen Kosten beweisen wollte, wie gleich alle Menschen angeblich vor Gericht sind? Der Fall Kachelmann belegt erneut, dass von einem Prominentenbonus schon längst nicht mehr gesprochen werden darf, eher von einem Malus.

Für das zu erwartende Strafverfahren lässt das nichts Gutes erwarten, könnte man meinen. Doch in Prozessen, das lehrt die Erfahrung, ist alles möglich. Manchmal sogar ein überfälliges Wunder.



Forum - Diskussion über diesen Artikel
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Seite 1
delta058 29.07.2010
1. wird ja mal Zeit
Wird ja mal Zeit, da sgericht brauchte 4 Monate für einen Beschluss zu demn halbwegs intelligente Bürger bereits nach 1 Monat dieser Scharade gekommen sind.
Satiro, 29.07.2010
2. °
Zitat von sysopWende im Fall Jörg Kachelmann: Der Wettermoderator darf das Untersuchungsgefängnis verlassen - und bleibt in Freiheit, bis der Vergewaltigungsprozess gegen ihn beginnt. Das Oberlandesgericht Karlsruhe hat den Haftbefehl aufgehoben, es sieht keinen dringenden Tatverdacht mehr. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,709062,00.html
Endlich! Hat aber verdammt lange gedauert!
neuroheaven 29.07.2010
3. ...
für mich ist in dieser angelegenheit nur eines interessant. die erste talkrunde in der er nach dem prozess auftritt.
zeitmax 29.07.2010
4. Was geschieht bei erwiesener Unschuld?
Wäre schön, wenn dann der verantwortliche Staatsanwalt auch so lange einfährt... Aber das ist noch aus der guten, alten "Auge-um-Auge"-Zeit
bürgerschreck 29.07.2010
5. Wieder mal ein Beweis oder zumindest ein Anhaltspunkt...
Zitat von sysopWende im Fall Jörg Kachelmann: Der Wettermoderator darf das Untersuchungsgefängnis verlassen - und bleibt in Freiheit, bis der Vergewaltigungsprozess gegen ihn beginnt. Das Oberlandesgericht Karlsruhe hat den Haftbefehl aufgehoben, es sieht keinen dringenden Tatverdacht mehr. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,709062,00.html
.. für die These, daß sich der Feminismus bereits so weit in die Gehirne vieler Menschen gefressen hat, daß er eine objektive Beurteilung der Situation nicht mehr ermöglicht. Natürlich ist die Frau immer das Opfer, ganz egal ob Aussage gegen Aussage steht. Der Mann ist von Natur aus BÖSE und muß hinter Gittern. Ein Mann muß ja auch lebenslang Unterhalt zahlen, auch wenn die Frau selbst arbeiten könnte, denn der Mann ist ja BÖSE. Und Jungen in der Schule muß unbedingt die Männlichkeit aberzogen werden, sie dürfen nicht im stehen pinkeln, nicht schreien oder sich dreckig machen, sie sollen sich benehmen wir kleine Mädchen, denn sonst werden sie zu BÖSEN Männern. Männer müssen ja auch für die Lebensversicherung das gleiche löhnen, wie eine Frau, obwohl die im Schnitt fünf Jahre länger lebt ... und ehr in Rente gehen dürfen Frauen auch, denn sie leben ja länger... wo macht das denn noch Sinn? Totaler Schwachsinn, was hier im Land läuft. Kein Wunder, daß die Deutschen aussterben.
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