Fall Maria Interpol hilft griechischen Behörden bei Ermittlungen

Die internationale Polizeibehörde Interpol hat ihre 190 Mitgliedstaaten aufgefordert, Informationen über die kleine Maria mit Datenbanken abzugleichen. Auch über das Paar, bei dem das Mädchen gefunden wurde, sollen so Hinweise gesammelt werden.

Mädchen Maria: Interpol hilft bei Ermittlungen
DPA/GREEK POLICE

Mädchen Maria: Interpol hilft bei Ermittlungen


Athen - Bei der Suche nach der Identität der kleinen Maria weitet Interpol die Ermittlungen aus. Die internationale Polizeiorganisation verbreitete auf Bitten der griechischen Behörden eine Aufforderung an alle 190 Mitgliedstaaten, ihre Datenbanken mit den Daten des kleinen Mädchens abzugleichen, das in einer griechischen Roma-Siedlung gefunden worden war.

Interpol-Generalsekretär Ronald Roble sagte, die Interpol-Datenbank habe bei der Suche nach Verwandten des Mädchens keinen Treffer ergeben.

In der sogenannten Gelben Notiz, einer Vermisstensuche, schickte die Organisation außer dem Foto auch das DNA-Profil der kleinen Maria um die Welt. Außerdem veröffentlichte Interpol eine Blaue Notiz, mit der weitere Informationen über das Paar, bei dem das Mädchen gefunden wurde, gesammelt werden sollen.

Die griechische Polizei hatte die kleine Maria in der vergangenen Woche in einem Roma-Lager in der Stadt Farsala entdeckt. Das Mädchen war aufgefallen, weil es mit seiner hellen Haut und den blonden Haaren seinen angeblichen Eltern überhaupt nicht ähnelte. DNA-Tests bestätigten, dass es sich bei dem Paar nicht um die leiblichen Eltern handelte.

Der 39-jährige Mann und die 40 Jahre alte Frau wurden wegen des Vorwurfs der Kindesentführung in Untersuchungshaft genommen. Ihren Angaben zufolge wurde ihnen das Kind von der Mutter, einer bulgarischen Roma-Frau, übergeben. Laut einer zahnärztlichen Untersuchung ist Maria fünf bis sechs Jahre alt.

ulz/AFP

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westenmax 23.10.2013
1. Kindeswohl
Tragisch, dass in einem EU-Staat die Kinder von Staatsbürgern zum Betteln auf die Strasse geschickt werden. Das Jugendämter da zusehen? Diese Lebensbedingungen widersprechen dem Kindeswohl. Die Jugendämter müssen beginnen, die Familien zu begleiten. Im Fall der Fälle auch mit temporärer Herausnahme der Kinder in Pflegefamilien. Es muss doch auch Roma sprechende Familien geben, die in diesen Fällen die Pflege-Rolle übernehmen können. Die europäischen Nationen müssen sich daran gewöhnen, dass es eine fremdsprachige Minderheit mit äußerst verfestigten feudalen Familienstrukturen gibt. Es muss einen Grund geben, dass diese traditionell dem Staat so misstrauen und sich keine Hilfe suchen, wenn sie benötigt wird. Die soziale Katastrophe ist bereits da. Sie kann nicht mit Ignoranz gelöst werden. Man muss wohl in allen europäischen Großstädten Roma-Sprecher in die Ämter einsetzen die den Familien die Angst vor befürchteten Kulturverlust nehmen.
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