Todestag von Asylbewerber Demonstranten fordern Aufklärung im Fall Oury Jalloh

Zehn Jahre nach dem Tod des Asylbewerbers Oury Jalloh haben Hunderte Menschen in Dessau demonstriert. Sie forderten eine Aufklärung des Falls, der immer noch Fragen aufwirft.

Demonstration in Dessau: Mahnung am Todestag des Asylbewerbers Oury Jalloh
DPA

Demonstration in Dessau: Mahnung am Todestag des Asylbewerbers Oury Jalloh


Karlsruhe - Rund 700 Menschen sind zum zehnten Todestag des Asylbewerbers Oury Jalloh in Dessau-Roßlau auf die Straße gegangen. "Wir fordern eine vollständige Aufklärung des Falls", sagte ein Sprecher der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh. Der aus Sierra Leone stammende Jalloh war im Januar 2005 unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen.

An Händen und Füßen gefesselt verbrannte der damals 36-jährige Asylbewerber in einer Dessauer Polizeizelle, rücklings fixiert auf einer Matratze mit schwer entflammbarem Überzug aus Kunstleder. Die genauen Umstände sind trotz langer Verfahren bis heute nicht restlos geklärt.

Zuletzt bestätigte der Bundesgerichtshof im September 2014 das Urteil des Landgerichts Magdeburg. Der damals verantwortliche Polizist wurde wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von 10.800 Euro verurteilt. Das Landgericht hatte erklärt, Jalloh habe in betrunkenem Zustand das Feuer in seiner Zelle selbst gelegt. Ein Ermittlungsverfahren der Dessauer Staatsanwaltschaft zur Entstehung des Feuers läuft derzeit noch.

jbe/dpa

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