Getötete Susanna Ermittler suchen nach Ali B.s Papieren

Stundenlang hat Ali B. zum Tod der 14-jährigen Susanna ausgesagt und gestanden, das Mädchen umgebracht zu haben. Ermittler wollen nun seine Papiere ausfindig machen - und weitere Zeugen vernehmen.

Ali B. in einem Polizeihubschrauber auf dem Weg in die Untersuchungshaft
DPA

Ali B. in einem Polizeihubschrauber auf dem Weg in die Untersuchungshaft


Die Ermittlungen im Fall der getöteten Susanna konzentrieren sich auf die Überprüfung der Aussagen des Tatverdächtigen Ali B. und die Vernehmung weiterer Zeugen. Es werde auf Hochtouren an der Auswertung der umfangreichen Angaben des 20-Jährigen gearbeitet, sagte die Sprecherin der Wiesbadener Staatsanwaltschaft Christina Gräf.

Der Iraker hatte in einer fast sechsstündigen Vernehmung gestanden, die 14-Jährige umgebracht zu haben. Er sitzt in Frankfurt in Untersuchungshaft. Susanna war vor mehr als zwei Wochen als vermisst gemeldet und am vergangenen Mittwoch in Wiesbaden tot aufgefunden worden.

B. hatte sich mit seinen Eltern und Geschwistern Anfang Juni in den Irak abgesetzt. In der Nacht zum Freitag wurde er von kurdischen Sicherheitskräften im Nordirak festgenommen und am Samstag per Flugzeug zurück nach Deutschland gebracht.

Das vollständige Ergebnis der DNA-Analyse des Mädchens liege noch nicht vor, sagte Gräf. Daher könne sie noch keine Angaben zu den widersprüchlichen Aussagen über die mutmaßliche Vergewaltigung des Opfers machen. Ali B. hatte diesen Vorwurf in seiner Vernehmung bestritten.

Ali B.
POLIZEI WIESBADEN HANDOUT/ EPA-EF

Ali B.

Man versuche auch, an Papiere des Irakers heranzukommen, sagte Gräf. Ali B. war ohne Dokumente vermutlich im Oktober 2015 über die Türkei und Griechenland nach Deutschland eingereist. Auch sein Alter müsse überprüft werden.

Als Tatmotiv hatte der junge Mann laut Staatsanwaltschaft angegeben, "dass er aufgrund von Verletzungen im Gesicht von Susanna, die infolge eines Sturzes entstanden sein sollen, befürchtet habe, dass diese die Polizei informieren werde".

Neue Erkenntnisse zu dem zeitweise zweiten Tatverdächtigen, einem 35 Jahre alten Türken, gab es laut Staatsanwaltschaft durch die Vernehmung nicht. Der Mann werde aber immer noch als Beschuldigter geführt. Die Ermittlungen gegen ihn seien noch nicht abgeschlossen.

ulz/dpa/AFP

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