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Alltag einer Familienrichterin: "Das macht mich traurig, fassungslos, hilflos, wütend"

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Bekommen prügelnde Eltern ihren Säugling zurück? Wohnt das Scheidungskind bei Mama oder Papa? Familienrichter haben enorme Verantwortung - und kaum Zeit, Hunderten Schicksalen gerecht zu werden. Eine Juristin berichtet aus ihrem Berufsalltag am Limit.

Nennen wir sie Frau Müller. Sie ist seit einigen Jahren Familienrichterin in einer deutschen Großstadt. Ihren tatsächlichen Namen will sie nicht veröffentlicht sehen.

Ich habe tagtäglich Fälle, in denen die Eltern über das Sorgerecht für ihr Kind streiten. Manchmal fordern Anwälte: Das Kind muss Umgang mit einem Elternteil haben, weil Mutter oder Vater sonst mit Suizid droht. Es kam vor, dass sich Eltern dann tatsächlich umbrachten. In solchen Fällen sind wir Richter für den Tod dieser Leute mitverantwortlich. Das muss ich aushalten. Ich kann doch kein Kind irgendwohin geben, um die Eltern zu stabilisieren. In einigen Fällen stellte sich heraus: Wären die Kinder bei dem Elternteil gewesen, wären sie jetzt ebenfalls tot. Das könnte ich erst recht nicht verantworten. Für mich geht das Kindeswohl vor Elternwohl.

Wer Frau Müller zuhört, begreift schnell die enorme Verantwortung, die sie trägt. Man könnte sagen: Das ist ihr Job. Fragt man nach den Bedingungen, unter denen sie arbeitet, kommt jedoch Unbehagen auf. Frau Müller zieht ein Foto aus der Tasche. Die Aufnahme zeigt Aktenstapel, die mehrere Umzugskartons füllen würden.

Das sind 109 Aktenmappen, der Zugang eines Tages. Es macht mich fertig, immer diesen Berg vor mir zu haben. Egal, wie viel man arbeitet, am nächsten Tag kommt genauso viel. Wenn Kollegen krank sind oder Urlaub haben, kommen deren Akten auch zu mir. Wenn ich einen Tag Fortbildung machen würde, müsste ich das nacharbeiten, ich bekomme dafür nicht frei oder werde vertreten. Das schaffe ich nicht, also besuche ich keine Seminare.

"Das System wird kaputtgespart"

Dabei wäre es zum Beispiel wichtig zu lernen, wie man Kinder anhört, ohne sie erneut zu traumatisieren. Ich kann ja nicht fragen: "Na, willste lieber bei Papa oder Mama sein?" oder "Hat der Papa die Mama tatsächlich verhauen?". Da könnte ich das Kind direkt zur Therapie schicken.

Ich versuche, an Wochenenden nicht zu arbeiten, meist klappt das. Aber ich mache jeden Tag etwa drei unbezahlte Überstunden. Das System in Deutschland ist grundsätzlich gut, aber es wird kaputtgespart. Vor allem fehlt Personal. Dieser Mangel ist politisch gewollt. In der Justiz lässt sich herrlich sparen. Mit weniger Personal bricht sie ja nicht sofort zusammen, die Verfahren dauern halt länger. Und warum das so ist, weiß der Bürger nicht.

An Amtsgerichten arbeiteten 2013 dem Bundesamt für Justiz zufolge etwa 8000 Richter. Statistisch gesehen waren rund 1500 von ihnen nur mit Familiensachen beschäftigt. 2013 gab es etwa 650.000 neue derartige Verfahren, knapp 670.000 wurden erledigt. Pro Richterstelle sind das 432 abgeschlossene und 420 neue Verfahren, knapp zwei pro Arbeitstag. Durchschnittlich war ein Fall nach sieben Monaten erledigt.

Frau Müllers Ärger richtet sich auf ein System namens Pebb§y. Der Begriff steht für Personalbedarfsberechnungssystem. Grob gesagt wird erhoben, wie lange Richter oder Staatsanwälte für bestimmte Arbeiten brauchen. Diese Daten dienen in Kombination mit der (erwarteten) Anzahl der Fälle dazu, den Personalbedarf zu ermitteln. Kritiker zweifeln, wie zuverlässig und genau Pebb§y ist. Die Überlastung der Justiz werde zum Normalfall umdefiniert. Zudem werde Qualität völlig außer Acht gelassen, das System gehe an Gerichtsalltag und tatsächlicher Arbeitsbelastung vorbei.

"Allen Fällen werde ich ganz sicher nicht gerecht"

Für eine Kindschaftssache - etwa, zu welchem Elternteil das Kind soll oder ob es überhaupt bei den Eltern bleiben kann - sind 280 Minuten veranschlagt. Ich brauche einen Verfahrensbeistand, der die Interessen des Kindes vertritt, muss Termine vereinbaren. Ich schaue in den Akten, ob ich andere Verfahren der Familie finde.

Dann muss ich die Kinder anhören. Ich rede, male und spiele mit ihnen, mache mir ein Bild: Sind sie altersgerecht entwickelt, körperlich gut in Schuss, wie verhalten sie sich? Manchmal kommen die Kinder nach zwei Minuten bei mir auf den Schoß gekrabbelt oder klammern sich in einer Anhörung an mich und sagen, sie wollen bei mir bleiben. Das sagt mir etwas über ihr Bindungsverhalten: Wenn die Kinder sofort so viel Zutrauen zu einer Fremden wie mir haben - wie muss dann das Verhältnis zu den Eltern sein?

Die Gerichtstermine: Vor jeder Verhandlung muss ich mich einlesen, mit Jugendamt, Kindergarten oder Schule und Verfahrensbeistand sprechen. Ich will die Eltern reden lassen, das kann man nicht in 20 Minuten durchpressen. In der Verhandlung schreibe ich mit und diktierte das Protokoll. Es wird getippt, ich korrigiere es und schreibe meine Entscheidung. Das dauert zwei bis sechs Stunden, falls ich zum Beispiel ein Gutachten auswerten muss. Wenn ich es ordentlich mache, gehen für so einen Fall zwei Tage statt knapp fünf Stunden drauf.

Diese Qualität ist nicht zu halten, allen Fällen werde ich ganz sicher nicht gerecht. Irgendwo muss ich mit meiner Zeit knapsen: Das tue ich lieber bei anderen Sachen als beim Kinderschutz. Unterhaltsfragen zum Beispiel bleiben dann länger liegen, obwohl auch daran Schicksale hängen: Kann ich den Hort bezahlen, kann ich meine Wohnung halten?

"Wir reden über Knochenbrüche, perfide Folter"

Müllers Beschlüsse entscheiden über Familienschicksale: Wie viel Unterhalt muss gezahlt werden? Wer darf wie oft das Kind sehen? Unter welchen Voraussetzungen bekommen prügelnde Eltern eine zweite Chance? Juristisch sauber zu urteilen, wäre schon mit deutlich geringeren Fallzahlen eine Herausforderung. So aber muss Müller permanent für Familien entscheiden, die längst nicht mehr in der Lage sind, eigene Lösungen zu finden. Gefragt ist ein kühler Kopf, eine enorme - auch emotionale - Belastbarkeit.

Ich muss immer ruhig bleiben. Schwierig, wenn man Eltern vor sich hat, die einen Säugling misshandelt haben. Wir reden nicht über Schläge oder blaue Flecke. Wir reden über Knochenbrüche, perfide Folter. Das macht mich traurig, fassungslos, hilflos, wütend. Eltern haben mich schon bedroht, mir vor meiner Wohnung aufgelauert. Das ist ein Scheißgefühl.

Damit kein falsches Bild aufkommt: Ich liebe meine Arbeit. Ich kann etwas bewegen, die Entwicklung von Eltern und Kindern positiv beeinflussen. Die Leute honorieren das: Manchmal bedanken sich Eltern und Kinder für die Zeit, die ich mir für ihren Fall genommen habe, mein ehrliches Zuhören, das Vertrauen, das ich ihnen entgegenbringe. Und es kommt auch vor, dass sie sich nach einiger Zeit sogar für eine Entscheidung bedanken, die ihnen zuerst unfair oder falsch erschien - weil sie sich als genau richtig herausstellte.

Denn wenn ich mit den Fällen betraut werde, ist es ja schon zu spät. Ich habe erlebt, dass Mutter und Vater auf dem Gerichtsflur so stark an den Armen des Kindes zerrten, dass es in der Luft hing. In Verhandlungen geht es häufig hochemotional her, mit Schreien und Weinen. Im Gerichtssaal beharken sich Eltern manchmal bis aufs Blut, bespucken und beschimpfen einander: Wer hat wann wen beleidigt, wer hat welche Termine verpasst. Was stimmt, kann ich nicht herausfinden. Da kann ich nur dafür sorgen, dass die Eltern ihr Kind wieder wahrnehmen. Solche Leute brauchen eine Elternberatung. Ich bin kein Psychiater, kein Psychologe, kein Sozialarbeiter.

"Zynisch sind wir Richter alle"

Wie verarbeitet Müller ihre Erlebnisse? Professionelle Gesprächsangebote gibt es nicht, sie ist auf den Austausch mit Kollegen angewiesen. Der Großteil der Arbeit ist als Gesprächsthema zu Hause tabu - aber dennoch präsent.

Ich habe Fälle, die so schlimm sind, dass ich mit meinem Partner auf keinen Fall darüber rede. Der hält das nicht aus. Und meine Kinder erfahren auch nichts. Manchmal ärgert mich das, weil ich im Vergleich quasi undankbare Kinder habe. Wenn die zu mir sagen 'doofe Mama', weil ich ihnen etwas verbiete, dann denke ich manchmal: Ich würde euch jetzt gerne von Chayenne erzählen, und vielleicht würde das etwas bei euch verändern.

Chayenne ist aber nur eines von 500 Kindern, mit denen ich pro Jahr in meinen Verfahren zu tun habe. Ich kann nicht jedes dieser Schicksale an mich heranlassen. Zynismus ist ein Weg, die Belastung abzufedern, zynisch sind wir Richter alle. Wie lange das funktioniert? Keine Ahnung, aber jahrzehntelang kann ich den Job sicherlich nicht machen. Ich kenne keinen, der das aushält.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
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1. Sorry, aber wenn bei 420 Eingängen ....
matbhmx 15.10.2015
... im Jahr die Richterin 109 Akten täglich vorgelegt bekommt, dann stimmt etwas mit der Organisation nicht. Und weshalb sie in den Akten nachsieht, ob es noch andere die Familie betreffende Verfahren gibt ... da hat die Kollegin aber was nicht verstanden. 1. zeigen das in der Regel die Eheleute im Verfahren an, 2. ergäbe sich das viel einfacher aus der Datenbank des Computers und 3. wäre es die Aufgabe der Geschäftsstelle. Richtig ist, dass man nicht ausreichende Zeit hat, sich psychologisch in Vollendung in die Lage der Beteiligten versetzen kann. Das gilt aber z. B. noch viel ausgeprägter auch für den Strafrechtsbereich, auch und gerade für den Strafrechtsbereich mit Jugendlichen. Richtig auch ist, dass die Justiz grottenschlecht organisiert ist, was daran liegt, dass in der gesamten Verwaltung Richter das Sagen haben und es keine Fachleute gibt. Alles in der Verwaltung ist "learning-by-doing", und die meisten lernen es leider nie! Richtig ist, dass Pebbsy zur statistischen Erfassung der falsche Ansatz war, weil es genau genommen statistisch nur die Mängel erfasste, deswegen ist man ja schon seit längerem dabei, die Pebbsy-Zahlen zu prüfen. Richtig ist auch, dass die Juristenausbildung von vorn bis hinten nichts taugt. Sowenig, wie man als Richter etwas zu einer objektivierten Strafzumessung, zur Zeugenvernehmung, zum Umgang mit Parteien, zum Umgang mit Kindern in Scheidungs- und Sorgerechtsverfahren lernt, darf man sich über die Qualität der Arbeit nicht wundern. Andererseits muss man dann auch sagen, dass es genügend Richter gibt, die, würde man ihnen nur noch 1/4 der Akten zumuten, kein bisschen mehr in die Tiefe der Fälle einsteigen würde, kein bisschen aufmerksamer mit den Beteiligten umgehen, sondern bereits nach 1/4 der bisherigen Arbeitszeit nach Hause gehen würde. Man darf nicht vergessen, dass Richter keine feste Arbeitszeit haben. Ob die einmal die Woche oder jeden Tag 10 Stunden erscheinen, entscheidet allein der Richter, er muss nur im Wesentlichen mit seiner Arbeit fertig werden. Und die Qualität lässt sich schlecht messen, da sei schon die richterliche Unabhängigkeit davor. Wirklich unzumutbar waren die Verhältnisse für die Justiz, vor allem die Richter in den 70er und 80er Jahren, wo nach den damaligen Pensenberechnungen die Leute fortlaufend 1,5 Pensen (also jeder Richter für 1,5 Richter arbeiten musste), ohne Weiteres gab es aber auch Leute mit mehr als 2 Pensen. Da gab es Richter, die dann nach einem, zwei Jahren "Dienst nach Vorschrift" machten, heißt nur noch ein gutes Pensum bearbeiteten, was den Dienstherrn dazu veranlasste, gegen die Leute disziplinarrechtlich zu ermitteln. Man muss es sich Mal vorstellen: Der Dienstherr ermittelt, weil Leute sich an die von diesem vorgegebenen Vorschriften halten! Das, und nur das dokumentiert den maßlosen und unverschämten Umgang des Dienstherrn mit seinen Bediensteten. Natürlich ist der Dienstherr mit Disziplinarmaßnahmen im Ergebnis gescheitert, weil es eben Dienst nach Vorschrift war und die Überlastung der Bediensteten greifbar gegen die ihm obliegenden Fürsorgepflichten verstieß.
2. Väter in Deutschland
Dr.W.Drews 15.10.2015
Die traurige Wahrheit in Deutschland ist, Väter können von den Müttern ganz einfach und mit vielfältigen staatlichen Hilfen entsorgt werden. Die Anleitung dazu geht so: Anruf beim Jugendamt und erklären man habe große Ängste. Man rät der Mutter sich sofort mit den Kinder in Sicherheit zu bringen. Als nächstes kommt eine vorläufige Entscheidung des Familiengerichts in der die Kinder zur Mutter kommen. Umgang gibt es keinen, aufgrund der "Ängste". Die Mutter hat nun alle Zeit der Welt die Kinder zu manipulieren. Denn bis es zu einem Termin bei einem Psychologen kommt vergehen Monate. Dann sind die Kinder tatsächlich völlig durch den Wind. Sie haben nun tatsächlich Angst vor dem bösen Vater. Die Umgänge werden weiterhin abgesagt. Wenn dann endlich Umgänge angeordnet werden kann die Mutter diese einfach ignorieren. Das gibt zwar Ärger, aber keine echten Konsequenzen. Dem Vater wirft man unterdessen vor er klammere pathologisch an seinen 3 Kindern. Also erneut kein Umgang. Schließlich habe er ja früher auch keinen Bezug zu seinen Kindern gehabt weil er ja einen Beruf hat. Tausende Väter jährlich verlieren aufgrund dieser absurden Verfahren den Kontakt zu ihren Kindern. Diese hassen den Vater irgendwann tatsächlich, weil sie jeden Tag das Verlassensein erleben und sich nicht vorstellen können das der Papa sie liebt. Schließlich kann kein Kind einer Mutter für eine Lügnerin halten. Die Kinder lieben ihre Mutter und übernehmen die Sicht der Mutter aus Selbstschutz ihrer Seele. Abhilfe wäre nur möglich, wenn sehr sehr schnell gehandelt werden würde und sofort nach einer Trennung Psychologen die Kinder sehen könnten und den Kontakt zu beiden Eltern durchsetzen würden. Derzeit kann jede Mutter einen Vater aus dem Leben der Kinder auf ewig verbannen und dies mit Hilfe der Gerichte durchsetzen. Armes Deutschland!
3.
kobl 15.10.2015
das trifft in Wahrheit ersichtlich nicht zu, denn auch "Frau Müllers" engagierte und eindrückliche Berichte lassen erkennen, dass sie "lediglich" befürchtet, sich durch eine derartige Charakterperversion persönlich schützen zu müssen. Anders als zynisch kann man aber das Denken derjenigen nicht nennen, die für eine derartige Überlastung der mit wichtigen sozialen Leitungsaufgaben betrauten Richter verantwortlich sind. Ihnen, den Personalverantwortlichen in der exekutivischen Justizfremdverwaltung, ist nur daran gelegen, sich mit scheinwissenschaftlichen Akkord-Erhebungen à la "PEBBSY" selbst von Haftungsrisiken zu entlasten; denn, so ihre Lesart, wenn ein Richter den bundeseinheitlichen Akkord vielfach nicht halten kann, so ist dies Folge individueller Unfähigkeit im Einzelfall und nicht einer generell verfehlten Personalplanung. Die Frage, ob in der mit betriebswirtschaftlichen controlling-Methoden pauschal veranschlagten Zeit tatsächlich verantwortbare Entscheidungen vorbereitet und gefällt werden können, ist für die Justizministerien eindeutig nachrangig.
4. arme Frau Müller
christiane_kreusch 15.10.2015
als "die andere Seite"- also als Mutter eines Scheidungskindes darf ich meine Eindrücke schildern. Frau Müller klagt über ihre Arbeitsbelastung und die Möglichkeit "vielleicht nicht alles richtig zu machen". Da kann schon mal ein Fehlerchen passieren. Schließlich hat sie ja das Beste fürs Kind gewollt. Frei nach dem Motto, wo gehobelt wird, da fallen Späne. Aber so ist es nicht, es sind keine Späne, es sind Existenzen, die Frau Müller zerstört. Nicht alle Eltern sind Verbrecher an ihren Kindern. Aber Ihre Entscheidungen, sehr geehrte Frau Müller, zementieren das Leid und die Tränen auf Lebenszeit. Sie schaffen das Leid und niemand anders. Sie bevormunden erwachsene Menschen, wann sie ihre Kinder sehen dürfen und wann nicht. Das ist krank. Sie haben vielleicht die Staatsmacht auf Ihrer Seite, aber mit Problemlösung hat das, was Sie tun, nicht einmal ansatzweise was zu tun. Das Rechtssystem hier ist ein gigantisches Geldumverteilungssystem von den zwangsweise als Zahler verdonnerten Eltern auf Anwälte, Gerichte und Richter. Es ist ein ungerechtes, grausames und schamloses System.
5. Einige Anmerkungen zu dem Artikel...
Deep Thought 15.10.2015
Zunächst einmal: Schön, daß viele Richter/innen ihre Aufgabe noch so ernst nehmen und so verantwortungsvoll arbeiten. Ich selber habe vor Gericht vor vielen Jahren dafür kämpfen müssen, das gemeinsame Sorgerecht für mein Kind behalten zu können. Wohlgemerkt: Ich habe jede freie Minute für mein Kind geopfert, war ein liebevoller Vater. Die Mutter war es nicht. Einem älteren, sehr erfahrenen Familienrichter (und NUR seinem klaren verstand) habe ich es zu verdanken, daß mein damals kleines Kind nicht zur Geisel der Mutter wurde - und sich Jahre später entschied, sich der Unterdrückung durch die Mutter zu entziehen, indem es zu mir kam. Ich bin noch heute dem Richter unendlich dankbar, der instinktiv aufgrund seiner langjährigen Erfahrung die Situation absolut RICHTIG deutete und meinem Kind möglicherweise so ein späteres Abgleiten in schwerste psychische Probleme und - wer weiß - Schulabbruch und Drogen verhinderte. Er hat mit dazu beigetragen, daß das Kind jetzt einen Hochschuabschluß hat, sich seines Lebens erfreut und die Traumatisierungen hinter sich gelassen hat. Zum engeren Thema des Artikels: Nirgendwo ist der juristische Beruf näher an den "sozialen Berufen" als im Jugendstrafrecht und Familienrecht. Und die "gesellschaftliche Tradition" der "sozialen Berufe" ist immer mehr, daß sie ausgebeutet werden und sich (aufgrund ihres Berufsethos) auch bereitwillig ausbeuten lassen. Nirgendwo wird derart hemmungslos die Zukunft der Bürger gefährdet wie durch die Ausdünnung des sozialen-gesundheitlichen-juristischen Netzes unseres ehemals so vorbildlichen Staates - wir werden hilflos der zunehmenden Kriminalität und den Konzerninteressen ausgesetzt: Stichwort "Marktgerechte Demokratie" ...
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