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Familienmord in Nantes Geliebte des verschwundenen Vaters meldet sich

Polizeieinsatz in Nantes: Fünf vergrabene Leichen im Garten entdecktZur Großansicht
REUTERS

Polizeieinsatz in Nantes: Fünf vergrabene Leichen im Garten entdeckt

Fünf Leichen entdeckte die Polizei in einem Garten in Nantes, bei den Toten handelt es sich um eine Mutter und ihre vier Kinder. Als tatverdächtig gilt der flüchtige Familienvater. Jetzt hat eine Geliebte des Mannes den Ermittlern wichtige Hinweise gegeben.

Nantes - Nach der Entdeckung fünf vergrabener Leichen in Westfrankreich fahndet die Polizei nach dem Familienvater. Der verschwundene 50-Jährige wird verdächtigt, seine Frau und die vier Kinder getötet zu haben. Nun ist eine Geliebte des Mannes aufgetaucht und hat der Polizei Hinweise gegeben. Dazu zählen SMS-Nachrichten auf ihrem Handy, berichtete der französische Rundfunksender Europe 1. Die Frau, die im Großraum Paris lebt, soll dem Mann zudem 50.000 Euro geliehen haben.

Der Steckbrief des 50-Jährigen sei international veröffentlicht worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Waffe gekauft, Schießunterricht genommen

Die Leichen der Frau und der gemeinsamen vier Kinder im Alter von 13 bis 21 Jahren waren im Garten des Reihenhauses der Familie gefunden worden - sauber verpackt in mit Kalk gefüllte Jutesäcke. Im Haus waren alle Schränke geräumt, Mülleimer geleert und Bettlaken abgezogen. Die Autopsie ergab, dass sie am 3. oder 4. April methodisch mit jeweils zwei Schüssen aus nächster Nähe im Schlaf getötet wurden. Spuren einer Auseinandersetzung gab es nicht. Weitere Untersuchungen sollen nun klären, ob die Opfer vor der Tat betäubt wurden. Die bisherigen Ermittlungen ergaben, dass der Familienvater kürzlich eine Waffe kaufte und Schießunterricht nahm.

Am 4. April meldete er seine jüngeren Kinder schriftlich in ihren Schulen krank. In zwei weiteren Schreiben vom 11. April informierte er die Schulen und den Arbeitgeber seiner 49-jährigen Ehefrau über eine plötzliche Versetzung nach Australien. Freunden gegenüber behauptete er, er sei ein US-Geheimagent und werde in ein Zeugenschutzprogramm in den USA aufgenommen. Nachbarn hatten die Polizei auf das Verschwinden der Familie aufmerksam gemacht.

Nach Angaben von Mitarbeitern eines Hotels an der französischen Mittelmeerküste nahm sich der 50-Jährige unter Angabe seiner beiden Vornamen und seiner Adresse in Nantes am 12. April in dem Hotel dort eine Luxussuite. Er habe sehr entspannt gewirkt, berichteten die Angestellten. Zuletzt wurde er am 15. April in dem kleinen Ort Roquebrune-sur-Argens in Südfrankreich gesehen; die Familie hatte früher in dem Ort gelebt.

wbr/dpa/AFP

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