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Zweifel an antisemitischer Attacke: Richter hebt Haftbefehle gegen Flüchtlinge auf

Ein Jude aus Frankreich behauptete, zwei Flüchtlinge hätten ihn auf Fehmarn drangsaliert und bestohlen. Die Ermittler haben mehrere Zeugen befragt - und hegen nun starke Zweifel.

Fast einen Monat nach einem angeblichen Angriff auf einen jüdischen Geschäftsmann in Puttgarden auf Fehmarn sind die Haftbefehle gegen zwei Flüchtlinge aufgehoben worden. Es könne kein dringender Tatverdacht wegen Raubes beziehungsweise Körperverletzung mehr angenommen werden, teilte die Staatsanwaltschaft Lübeck mit.

Die Vernehmung mehrerer Zeugen, zu denen der französische Jude unmittelbar nach der angezeigten Tat Kontakt hatte, hätten Zweifel an dessen Angaben zum Tatgeschehen aufgeworfen.

Keine Spur von angeblicher Beute

So habe der 49-Jährige einem Zeugen erzählt, er sei von drei Personen im Zug beraubt und dabei an Hand und Kopf verletzt worden. Zuvor hatte er angegeben, er sei von zwei Flüchtlingen im Warteraum des Bahnhofs Puttgarden als Jude beschimpft, bedrängt und beraubt worden. Dabei habe er eine Schwellung der Hand erlitten.

Die angebliche Beute, eine Umhängetasche mit Bargeld, EC-Karte, Bahnticket und Mobiltelefon, sei nicht gefunden worden. Nun soll der Geschäftsmann erneut befragt werden.

Die beiden Flüchtlinge, ein 30-jähriger Syrer und ein 19 Jahre alter Afghane, waren am 9. Januar in einem Zug festgenommen worden. Die danach erlassenen Haftbefehle wurden vom Amtsgericht Lübeck gegen Meldeauflagen sofort außer Vollzug gesetzt.

sms/dpa

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