Untersuchungsbericht über Ferguson Justizministerium kritisiert Rassismus bei der Polizei

Die tödlichen Schüsse eines weißen Polizisten auf einen schwarzen Teenager in Ferguson lösten heftige Proteste aus. Die Justizbehörde untersuchte daraufhin die Arbeit der Polizei in der Stadt. Jetzt wurden erste Ergebnisse bekannt.

Proteste nach den tödlichen Schüssen auf Michael Brown: Neue Kritik an Polizei
REUTERS

Proteste nach den tödlichen Schüssen auf Michael Brown: Neue Kritik an Polizei


New York - Die Vorwürfe wiegen schwer: Die Polizei in Ferguson im US-Bundesstaat Missouri habe seit Jahren vor allem schwarze Autofahrer angehalten - und dadurch zu einer Atmosphäre der rassistischen Feindseligkeit beigetragen. Dies habe letzten Endes zu den tödlichen Schüssen auf den schwarzen Teenager Michael Brown geführt. Das legt ein Bericht des US-Justizministeriums nahe, über den die "New York Times" ("NYT") berichtet.

Die Zeitung beruft sich dabei auf mehrere Quellen, die über die Ergebnisse des Berichts unterrichtet worden sein sollen. Offiziell wird das Papier wohl erst im Laufe dieser Woche veröffentlicht.

Dem Bericht zufolge waren im Jahr 2013 insgesamt 86 Prozent aller angehaltenen Autofahrer in Ferguson Schwarze. Zugleich machen sie den Angaben zufolge nur 63 Prozent der Bevölkerung aus. Und: Wenn sie einmal angehalten wurden, durchsuchten Polizisten schwarze Autofahrer zweimal so häufig wie weiße.

Wie die "NYT" berichtet, können die Behörden in Ferguson nun entweder eine Einigung mit der Justizbehörde aushandeln. Oder sie müssten damit rechnen, wegen Verstoßes gegen die Bürgerrechte angeklagt zu werden. "So oder so wird das Ergebnis des Berichts sehr wahrscheinlich zu erheblichen Änderungen innerhalb der Polizei in Ferguson führen", schreibt die Zeitung.

Die Polizei in Ferguson steht seit dem Tod von Michael Brown im vergangenen August in der Kritik. Der 18-Jährige war unbewaffnet gewesen, trotzdem gab der weiße Polizist Darren Wilson an, aus Notwehr geschossen zu haben. Es gab heftige Proteste - und die Polizei ging mit großer Gewalt gegen die Demonstranten vor.

Eine Geschworenenjury kam zu dem Urteil, Wilson nicht vor Gericht zu bringen. Nach Ermittlungen der Bundespolizei FBI wird es wohl auch keine Anklage gegen ihn wegen Verletzung der Bürgerrechte geben. Die letzte Entscheidung darüber liegt aber bei Justizminister Eric Holder und seinem Bürgerrechtsbeauftragten Vanita Gupta.

aar



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