Toter Michael Brown Fergusons Polizeichef nennt Namen des Schützen

Er arbeitet seit sechs Jahren bei der Polizei und hatte einen guten Ruf: Die Polizei von Ferguson hat den Mann identifiziert, der die tödlichen Schüsse auf den unbewaffneten US-Teenager Michael Brown abgab.

Fergusons Polizeichef Thomas Jackson: Bei dem Schützen handelt es sich um den Beamten Darren W.
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Fergusons Polizeichef Thomas Jackson: Bei dem Schützen handelt es sich um den Beamten Darren W.


Ferguson - Aufgrund von Sicherheitsbedenken hielt die Polizei von Ferguson den Namen des Schützen im Fall Michael Brown bisher unter Verschluss. Im Internet gab es Drohungen gegen den Beamten, der den unbewaffneten Teenager im US-Bundesstaat Missouri erschoss. Doch nun hat der Polizeichef des Städtchens den Schützen identifiziert.

Es handele sich um Darren W., erklärte Thomas Jackson bei einer Pressekonferenz. Er sei bereits seit sechs Jahren bei der Polizei und habe einen guten Ruf. Nach dem Vorfall vergangenes Wochenende wurde W. vom Dienst suspendiert.

Dem Polizeichef zufolge befanden sich W. und weitere Beamte wegen eines Notrufs in der Gegend. Ein Anrufer hatte von einem "Überfall" gesprochen. Ob Brown mit diesem Notruf in Verbindung stand, wurde nicht bekannt. Familie und Freunde berichten allerdings, Brown sei auf dem Weg zu seiner Großmutter gewesen. Jackson kündigte eine weitere Pressekonferenz an.

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Proteste in Ferguson: Erinnern an Opfer von Polizeigewalt
Der Tod des 18-jährigen Brown hatte in Ferguson Unruhen und Ausschreitungen ausgelöst. Es kam zu Demonstrationen, aber auch Plünderungen. Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse.

Doch erst nachdem Missouris Gouverneur die Verantwortung für die Kleinstadt der Autobahnpolizei übertrug, beruhigte sich die Lage. Der Chef der Behörde, Ronald S. Johnson, setzt auf Dialog und Deeskalation.

Polizeichef Jackson gestand ein, zu hart gegen die Demonstranten vorgegangen zu sein. "Ich gebe zu, dass ich Fehler gemacht habe", sagte er in einem Interview mit CNN. Er stellte aber auch klar, dass bei den Einsätzen mit Gummigeschossen, Tränengas und Rauchbomben kein Protestler verletzt worden sei. Das FBI hat eine Untersuchung angekündigt.

gam/Reuters/AP

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DerUnvorstellbare 15.08.2014
1.
Wieso ist das für Deutschland wichtig? Soweit ich das sehe ist das eine amerikanische Angelegenheit, wo sich die amerikansichen Medien gerechtfertigt oder ungerechtfertigt austoben dürfen. In diesen Tagen gibt es wahrlich genug worüber unsere Medien berichten können. Vom Sommerloch keine Spur.
TS_Alien 15.08.2014
2.
Auf den "guten Ruf" des Polizisten muss man nicht viel geben. Es wird bei der Polizei vieles unter den Teppich gekehrt, so dass selbst bereits mehrfach negativ aufgefallene Polizisten formal eine weiße Weste haben. Schließlich will ein Vorgesetzter keinen Polizisten mit schlechtem Ruf in seiner Truppe haben. Dessen Kollegen auch nicht. Also behalten alle ihren guten Ruf. Viel wichtiger als dieses belanglose Gelabere des Vorgesetzten wären die handfesten Beweise (Schusskanäle, Schussentfernungen, ...) und etwaige Zeugenaussagen. Nach sechs Tagen müssten diese Ermittlungen längst erledigt sein.
Klönschnack 15.08.2014
3. Das ist doch ein uralter Hut ...
Zitat von sysopAPEr arbeitet seit sechs Jahren bei der Polizei und hatte einen guten Ruf: Die Polizei von Ferguson hat den Mann identifiziert, der die tödlichen Schüsse auf den unbewaffneten US-Teenager Michael Brown abgab. http://www.spiegel.de/panorama/justiz/ferguson-schuetze-im-fall-michael-brown-identifiziert-a-986378.html
In Deutschland wird ein nackter(!) Mann in einem Brunnen niedergeknallt und in den USA ein unbewaffneter Teenie. Es ist halt frustrierend, an der Waffe ausgebildet zu werden und immer nur auf Pappkameraden zielen zu dürfen. Das ist ja schlimmer, als bu..sen mit Gummi. Nee - mal richtig d'raufhalten ist der ultimative Kick. Der Vorgesetzte wird's schon irgendwie begründen. So ein nackter Mann, muss ja auch furchteinflößend sein, wenn er denn auch noch mit einem Küchenmesser 'rumfuchtelt.
cum infamia 15.08.2014
4. Russland ?
Wenn das in Russland passiert wäre, hätten wir mehrere "ARD-Special" u.a. Man denke an "Pussy Riot" und die gespielte Aufregung in Deutschland !
Meskiagkasher 15.08.2014
5.
Witzig, das SpOn meint, es gebe irgendwie kein Internet. Der Mann heißt Darren Wilson. Wenn man schon damit tönt, dass der Name nun bekannt sei, ist Bildzeitungsstil "Darren W." einfach nur peinlich.
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