Festnahme in Bolivien Mennoniten sollen 60 Frauen vergewaltigt haben

Schwere Vorwürfe gegen strenggläubige Christen: Sieben Männer einer mennonitischen Gemeinde in Bolivien müssen sich wegen Vergewaltigung Dutzender Frauen vor Gericht verantworten. Sogar Schwangere und Minderjährige sollen unter den Missbrauchsopfern gewesen sein.


La Paz - Skandal im bolivianischen Manitoba: Über Monate sollen sich die sieben Mennoniten in die Schlafräume der Frauen geschlichen, sie mit Narkosemittel betäubt und dann vergewaltigt haben. Erst als eine der Betroffenen vorzeitig aus ihrer Betäubung erwachte und die Gemeinde alarmierte, kam der Fall ans Licht.

Wie der bolivianische Generalstaatsanwalt Freddy Perez am Dienstag mitteilte, waren auch Schwangere und Minderjährige unter den Opfern. Der Chef der mennonitischen Gemeinde im 1100 Kilometer von La Paz entfernten Manitoba, Peter Kelsner Peters, erklärte, die Frauen seien zwischen 11 und 47 Jahren alt gewesen.

Die sieben Festgenommenen sollten am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt werden. Dem Fernsehsender ATB zufolge wiesen die Beschuldigten die Vorwürfe zurück. Zwei mutmaßliche Komplizen sind noch flüchtig.

Weltweit gibt es etwa 1,3 Millionen Mennoniten in über 60 Ländern. Die bibelfesten orthodoxen Protestanten sind engagierte Pazifisten und lehnen Reichtum und Macht ab. Im 19. Jahrhundert wurden sie in Europa verfolgt. Viele wanderten zunächst in die USA aus, wo derzeit etwa 42 Prozent von ihnen leben. Doch auch in Südamerika fanden viele eine neue Heimat. In Deutschland leben etwa 40.000 Mennoniten in rund 190 Gemeinden.

ala/AFP/AP



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