Festnahme von Rotlichtgröße Wollersheim: Mutmaßliche Opfer melden sich

In Düsseldorfer Bordellen sollen Freier reihenweise mit K.o.-Tropfen betäubt und ihre Kreditkarten geplündert worden sein. Nach der Festnahme von Rotlichtkönig Bert Wollersheim gehen nun viele mutmaßlich Geschädigte auf die Polizei zu: "Wir haben unfassbar viele Anrufe."

Bordellbesitzer Bert Wollersheim (2011): Festnahme nach Großrazzia in Düsseldorf Zur Großansicht
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Bordellbesitzer Bert Wollersheim (2011): Festnahme nach Großrazzia in Düsseldorf

Düsseldorf - Die Tatvorwürfe lauten: schwerer Raub, Erpressung, Betrug, Computerbetrug, schwerer Bandendiebstahl und gefährliche Körperverletzung. Ein ehemaliger Mitarbeiter soll bereits ausgepackt und die Vorwürfe bestätigt haben. Nach der Festnahme der Düsseldorfer Rotlichtgröße Bert Wollersheim stehen bei der Polizei die Telefone kaum noch still. "Wir haben zahlreiche Anrufe von Geschädigten bis aus den USA. Das Dunkelfeld scheint unfassbar groß", sagte ein Polizeisprecher.

In Düsseldorfer Bordellen sollen Freier reihenweise mit K.o.-Tropfen betäubt worden sein. Anschließend seien ihre Kreditkarten geplündert worden. Um die Stammkunden nicht zu verprellen, sollen offenbar gezielt weit gereiste Männer ausgewählt worden sein. Die Polizei richtete für die Opfer eine Telefon-Hotline ein (0211/8705701). Unterdessen begannen einen Tag nach der großen Bordell-Razzia die Vorführungen der elf Festgenommenen beim Haftrichter.

Um die Opfer von Strafanzeigen abzuhalten, waren sie den Ermittlungen zufolge inmitten von Prostituierten und großen Champagnerflaschen abgelichtet worden. Damit sollte ein vermeintlicher erheblicher Konsum von sexuellen Dienstleistungen und teuren Getränken dokumentiert werden. Die Fotos seien dann als Druckmittel verwendet worden. Es wird gegen 80 Verdächtige ermittelt.

Bordellbesitzer Wollersheim ist seit vielen Jahren eine schillernde Figur im Rotlichtmilieu. Bekannt wurde er durch die TV-Serie "Die Wollersheims". 400 Polizisten hatte am Dienstag seine Etablissements und sein Anwesen durchsucht.

Wollersheim war Mitte der neunziger Jahre wegen erpresserischen Menschenraubs verurteilt worden. Eine Prostituierte hatte sich in einen Rechtsanwalt verliebt und war zu ihm gezogen. Als der Anwalt eine "Ablösesumme" verweigerte, war die Frau auf Wollersheims Ranch am Niederrhein verschleppt und gefangengehalten worden.

wit/dpa

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insgesamt 23 Beiträge
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1.
TS_Alien 04.07.2012
KO-Tropfen sind durchaus lebensgefährlich. Man sollte nun auch die Vermisstenfälle durchgehen, ob nicht der eine oder andere "Gast" mehr als Geld verloren hat. Wahnsinn, wer im TV alles "Karriere" machen kann. Wie doof sind die Verantwortlichen der TV-Sender, die solchen Menschen eine Plattform bieten? Wenn Doofheit strafbar wäre, dann ... .
2. nein !!
pleuran 04.07.2012
Nein das Glaub ich nun garnicht Der Bert ist bis auf die Knochen Ehrlich das hat der garnicht nötig der Mann ist Mehrfacher Millionär da wollen irgend welche Männer die ihr Spass gehabt haben mit Kreditkarte bezahlt haben ihr geld wiederhaben aber nicht nur die Frauen kosten Geld auch der Champus und der kostet richtig k o tropfen so ein blödsinn die Ehefrauen sind auf Kreditkartenabrechnugen gestossen und haben den Bert ein Reinwürgen wollen so läuft es immer ab weil die freier zu feige sind ihren Frauen zu sagen das sie im Puff waren !!
3. RTL war's
theater-mensch 04.07.2012
Man muss doch denen die Ehre geben, die Herrn Wollersheim & Co die TV-Plattform verschafft haben: RTL war's.
4.
mathaeus 04.07.2012
Diese Opfer unterstützen durch ihr Tun den Menschenhandel- mein Mitleid hält sich in Grenzen, sorry!
5.
TS_Alien 04.07.2012
Zitat von mathaeusDiese Opfer unterstützen durch ihr Tun den Menschenhandel- mein Mitleid hält sich in Grenzen, sorry!
Das kann man so sehen. Dennoch müssen kriminelle Machenschaften verfolgt werden.
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