Feuerteufel von Webster: "Das tun, was ich am liebsten tue - Menschen töten"

Ein gewalttätiger Ex-Sträfling hat in Webster im US-Staat New York für Entsetzen gesorgt. Der Mann, der früher schon wegen eines brutalen Mordes im Gefängnis saß, zündete sein Haus an und erschoss dann zwei der herbeigeeilten Feuerwehrleute. In seinem Haus wurden zudem Leichenteile entdeckt.

REUTERS

Webster - William Spengler wird wohl als Monster in die US-Kriminalgeschichte eingehen. Spengler hat offenbar sein eigenes Haus in Brand gesteckt, um dann gezielt auf die Feuerwehrleute zu schießen, die zum Löschen gekommen waren. Nachdem er zwei Feuerwehrleute getötet und drei weitere Männer verletzt hatte, floh Spengler und tötete sich dann offenbar selbst. Im Haus des Schützen wurden am Dienstag zudem Leichenteile entdeckt. Nach Polizeiangaben könnte es sich um die Überreste der Schwester des Täters handeln. Bislang ist unklar, wo sich die 67-Jährige befindet. Sie soll im selben Haus gewohnt haben.

Eine maschinengeschriebene Nachricht, die Spengler hinterließ, enthält Polizeiangaben zufolge den Satz: "Ich muss mich vorbereiten und sehen, wie viel von der Nachbarschaft ich niederbrennen kann, und das tun, was ich am liebsten tue, Menschen töten."

Der todbringende Anruf erreichte die freiwillige Feuerwehr von West Webster am Montagmorgen gegen 5.30 Uhr. Ein Haus und ein Auto standen in Flammen in Webster, einem Vorort von Rochester im US-Bundesstaat New York. Am Einsatzort wurden die Feuerwehrleute sofort unter Beschuss genommen. Zwei Männer starben, zwei überlebten schwerverletzt. Ein weiterer Mann erlitt leichte Verletzungen.

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Todesschüsse auf Retter: Chaos in Webster, New York
"Es sieht so aus, als wäre es eine Falle für die Opfer gewesen. Er hatte sich versteckt und ganz gezielt auf die Feuerwehrleute geschossen. Sie standen mitten in der Nacht auf, um zu helfen. Da rechnen sie nicht damit, attackiert zu werden", sagte Websters Polizeichef Gerald Pickering unter Tränen auf einer Pressekonferenz.

Bei den beiden Todesopfern handelt es sich um einen 19-Jährigen und einen 43-Jährigen, der erst vor zwei Wochen als "Feuerwehrmann des Jahres" ausgezeichnet worden war. Im Hauptberuf war er als Polizist tätig. Ein weiterer Polizeibeamter, der auf dem Weg zur Arbeit am Tatort vorbeifuhr, wurde leicht verletzt. Spengler hatte sich offenbar drei Waffen verschafft, einen Revolver, eine Schrotflinte und ein halbautomatisches Gewehr der Marke Bushmaster, Kaliber .223. Eine derartige Waffe hatte auch der Massenmörder von Newtown benutzt, in den USA tobt deshalb eine heftige Debatte über ein mögliches Verbot solcher Waffen.

Ein Sondereinsatzkommando fand den 62-Jährigen gegen elf Uhr an einem nahe gelegenen Strand. Offenbar hatte Spengler seinem Leben mit einem Schuss in den eigenen Kopf ein Ende gesetzt. Das Anwesen brannte bis auf die Grundmauern ab, ebenso wie sieben weitere Häuser in der Nachbarschaft niederbrannten. Die Feuerwehr konnte sie wegen des Beschusses nicht löschen.

Als extrem gewaltbereit war der Todesschütze schon früher aufgefallen. 1981 hatte er seine 92 Jahre alte Großmutter mit einem Hammer erschlagen, er verbrachte deshalb 17 Jahre im Gefängnis. Als verurteilter Gewalttäter hätte Spengler nach geltendem Recht keine Schusswaffen besitzen dürfen.

cis/jok/AP

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