Messerattacke in IC in Flensburg 24-Jähriger soll zuerst Polizistin angegriffen haben

Nach einem Angriff in einem Intercity in Schleswig-Holstein erschoss eine Polizistin einen Mann. Ermittler haben nun Details zu der Tat veröffentlicht: Der 24-Jährige hatte es demnach auf die Beamtin abgesehen.

IC in Flensburg
DPA

IC in Flensburg


Der am Mittwochabend in einem Intercity-Zug erschossene Mann hatte offenbar zuerst die in die Auseinandersetzung verwickelte Polizistin angegriffen. Die 22-jährige Beamtin sei mit einem Küchenmesser attackiert worden, teilte die Polizei mit.

Ermittlungen hätten ergeben, dass der 24-jährige Mann die junge Polizistin attackiert habe, als sie beim Halt in Flensburg zur Ausgangstür gehen wollte. Die Frau befand sich den Angaben zufolge auf einer privaten Fahrt, war aber in Uniform und mit Waffe in dem Zug unterwegs. Sie sei verletzt worden und habe um Hilfe gerufen.

"Es gelang ihm, die beiden zu trennen"

Der bei dem Angriff schwer verletzte 35-jährige Mann hatte laut Polizei die Rufe der Frau gehört und wollte der Beamtin helfen. "Es gelang ihm, die beiden zu trennen", teilten die Ermittler mit. Der Mann aus Köln sei jedoch zu Boden gegangen. Er habe eine schwere Stichverletzung erlitten und sich den Arm gebrochen.

Die Polizistin zog in dem Streit ihre Dienstwaffe und erschoss den 24-jährigen mutmaßlichen Angreifer. Die Beamtin aus Bremen sprach laut Innenministerium Schleswig-Holstein noch in der Nacht mit einem Seelsorger. Der Bereitschaftspolizistin gehe es den Umständen entsprechend gut.

"Für den konkreten Moment, in dem die Beamtin angegriffen wurde, gibt es keine Zeugen", sagte die Leitende Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt. Die Polizistin habe von ihrem Auskunftsverweigerungsrecht Gebrauch gemacht.

Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich laut Polizei um einen Eritreer, der seit 2015 in Deutschland lebt. Er hatte einen befristeten Aufenthaltstitel und wohnte in Nordrhein-Westfalen. Über ein mögliches Motiv für den Angriff auf die Polizistin gibt es noch keine Angaben. Die Polizei teilte jedoch mit: "Ermittlungen im persönlichen Umfeld des Getöteten haben keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund ergeben."

Die Ermittler bitten Zeugen aus dem Zug, Beobachtungen des Angriffs und aus der Zeit davor zu melden.

apr/dpa

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