Mordprozess in Flensburg Angeklagter gesteht Messerstiche

Im Mordprozess zu einem getöteten Flüchtling auf Amrum hat einer der beiden Angeklagten gestanden, auf das mutmaßliche Opfer eingestochen zu haben. Zu einem möglichen Tatmotiv äußerte er sich.

Angeklagte im Gerichtssaal in Flensburg
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Angeklagte im Gerichtssaal in Flensburg


Mit dem Geständnis eines der beiden Angeklagten hat in Flensburg der Mordprozess zum Tod eines Flüchtlings auf der Nordseeinsel Amrum begonnen. Die zur Tatzeit 19 und 26 Jahre alten angeklagten Männer sollen den Iraker am 27. April vergangenen Jahres mit mehreren Messerstichen getötet und anschließend in den Dünen vergraben haben.

Sie sind des gemeinschaftlich begangenen Mordes angeklagt. Der Jüngere der beiden Angeklagten gestand die gemeinschaftlichen Messerstiche. Der Anwalt des Mitangeklagten kündigte an, dass dieser über ihn im Laufe des Verfahrens eine Erklärung abgeben werde.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft haben die beiden Männer ihr späteres Opfer unter einem Vorwand in die Dünen auf Amrum gelockt. Dabei hätten sie schon die Absicht gehabt, den 27-Jährigen zu töten, sagte die Staatsanwältin. Ein mögliches Motiv: Der Iraker soll die Schwester des jüngeren Angeklagten im Sommer 2016 vergewaltigt haben.

So berichtete es die junge Frau ihrem Freund, dem 26-jährigen Angeklagten. Dieser soll seinen späteren Mitangeklagten davon unterrichtet haben.

Die beiden Männer hätten das Opfer auf einen Drink eingeladen, berichtet der jüngere Angeklagte. Dabei hätten sie dem Iraker eine Flasche ins Gesicht geschlagen. Als sie ihn mit dem Vergewaltigungsvorwurf konfrontiert hätten, habe dieser zunächst geschwiegen, nach weiteren Schlägen aber erklärt, es tue ihm leid. Der 20-jährige Angeklagte sagte, zuerst habe sein Freund zugestochen und dann er selbst, danach beide abwechselnd.

Der Iraker hatte seit November 2015 auf Amrum gelebt. Im April 2017 verschwand er spurlos. Im Zuge der Ermittlungen gerieten die beiden Angeklagten ins Visier der Staatsanwaltschaft. Der Jüngere der beiden brachte die Ermittler nach ihrer Festnahme dann auf die Spur des Vermissten. Er gab ihnen einen Hinweis, dass die Leiche zwischen Dünen vergraben worden sei.

bbr/dpa



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