Getöteter Flüchtling auf Amrum Zwei Angeklagte wegen Mordes verurteilt

Zwei Männer sollen viele Jahre ins Gefängnis, weil sie nach Überzeugung des Gerichts einen Iraker töteten. Sie lockten das Opfer unter einem Vorwand in die Dünen von Amrum.

Die Angeklagten zwischen ihren Anwälten Burkhard Gerling (l) und Klaus Husmann (Archiv)
DPA

Die Angeklagten zwischen ihren Anwälten Burkhard Gerling (l) und Klaus Husmann (Archiv)


Wegen Mordes an einem Flüchtling auf der Insel Amrum hat das Landgericht Flensburg die beiden Angeklagten zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Ein zur Tatzeit 19-Jähriger bekam eine Jugendstrafe von siebeneinhalb Jahren, ein zur Tatzeit 26-Jähriger eine lebenslange Strafe.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die beiden Männer den Flüchtling aus dem Irak im April 2017 mit Tötungsabsicht unter einem Vorwand in die Dünen der Nordseeinsel lockten und dort töteten. Anschließend vergruben sie die Leiche zwei Meter tief im Sand. Sie wurde erst Monate später gefunden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Das Gericht geht davon aus, dass die Täter den Iraker töteten, weil sie glaubten, dass er ihre Schwester beziehungsweise Freundin vergewaltigt hatte. Ob es im Sommer 2016 tatsächlich eine Vergewaltigung gegeben habe oder diese von der Frau erfunden worden sei, um sexuelle Kontakte zu verschleiern, blieb offen.

Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer ebenfalls Haftstrafen wegen Mordes gefordert. Die Verteidiger hatten auf Totschlag plädiert. Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatten übereinstimmend verlangt, den jüngeren Angeklagten nach Jugendstrafrecht zu verurteilen.

bbr/dpa



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