Messerattacke in IC nach Flensburg Verletzte außer Lebensgefahr

Nach dem Messerangriff in einem Intercity in Flensburg hat sich der Zustand der beiden Verletzten stabilisiert. Über den mutmaßlichen Angreifer sind erste Details bekannt geworden.

HEIKO THOMSEN/ NORDPRESSE/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Nach dem Messerangriff in einem Zug in Flensburg schweben die beiden Verletzten nicht in Lebensgefahr. Der Zustand des männlichen Opfers und der 22-jährigen Polizistin sei stabil, teilte die Polizei mit.

Der mutmaßliche Täter hatte am Mittwoch gegen 19 Uhr einen anderen Reisenden nach einem Streit angegriffen, als der Zug in den Flensburger Bahnhof einfuhr. Eine Polizistin aus Bremen, die zufällig an Bord war, griff ein und wurde im Gesicht verletzt. Sie zog ihre Dienstwaffe und erschoss den mutmaßlichen Täter schließlich.

Bei dem mutmaßlichen Angreifer handelt es sich nach Informationen des SPIEGEL um einen 24-Jährigen aus Eritrea. Er reiste im September 2015 über Österreich nach Deutschland ein. Er hatte einen befristeten Aufenthaltstitel aus politischen, humanitären oder völkerrechtlichen Gründen - hielt sich also legal im Land auf. Laut Polizei lebte er in Nordrhein-Westfalen; eine Obduktion soll seine Identität abschließend klären.

Fotostrecke

6  Bilder
IC nach Flensburg: Attacke im Zug

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei eskalierte ein Streitgespräch zwischen dem Angreifer und dem anderen Reisenden, einem 35-Jährigen aus Köln. Die Polizei schließt einen terroristischen Hintergrund bisher aus.

Worüber die beiden stritten, ist laut Polizei noch immer unklar. Der 35-Jährige ist laut einem Sprecher der Staatsanwaltschaft Flensburg mit schweren Verletzungen im Krankenhaus und konnte noch nicht vernommen werden.

Die Polizistin sei leicht verletzt worden. Gegen sie wird dem Sprecher zufolge wegen des Anfangsverdachts eines Tötungsdeliktes ermittelt. Das sei das normale Prozedere in solchen Fällen.

Die "Bild"-Zeitung berichtete, ein Zugbegleiter habe wegen eines Streits zwischen den Männern über Lautsprecher nach Polizisten an Bord gefragt. Die mitreisende Polizistin soll dann versucht haben, den Streit zu schlichten.

Ein Polizeisprecher sagte der Zeitung, dass die Polizistin nicht im Dienst war, aber in Uniform in dem Zug reiste. "Das ist nichts Außergewöhnliches, Polizisten dürfen in Uniform Zug fahren und sind dabei auch bewaffnet", sagte der Sprecher demnach.

"Ich bin erleichtert"

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther sprach den Verletzten sein Mitgefühl und Genesungswünsche aus. "Ich bin erleichtert, dass durch das beherzte Eingreifen der Bremer Beamtin mutmaßlich Schlimmeres verhindert werden konnte. Ihr danke ich ganz besonders für ihren Mut", sagte der CDU-Politiker.

Nach Ansicht Günthers zeigten die Ereignisse einmal mehr, wie wichtig die Präsenz von Polizeibeamten in Uniform auch im Rahmen privater Fahrten im öffentlichen Raum sei. "Das sorgt für mehr Sicherheit für uns alle."

jdl/jpz/AFP



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.