Messerattacke am Flensburger Bahnhof Mutmaßlicher Angreifer erschossen

Bei einem Messerangriff in einem Zug in Flensburg sind zwei Menschen verletzt worden. Der mutmaßliche Täter wurde getötet. Laut Polizei hat eine Beamtin ihre dienstliche Schusswaffe eingesetzt.

Absperrung am Flensburger Bahnhof
DPA

Absperrung am Flensburger Bahnhof


Ein Mann hat am Mittwochabend in einem Zug am Hauptbahnhof Flensburg mit einem Messer mehrere Menschen attackiert. Ein Mann und eine Frau wurden nach ersten Erkenntnissen mit Messerstichen verletzt, wie die Flensburger Polizei mitteilte. Der mutmaßliche Täter wurde erschossen.

Bei der verletzten Frau handelt es sich um eine Polizistin, die nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa in dem Intercity-Zug 2406 von Köln nach Flensburg mitgereist war. Die 22-Jährige habe nach derzeitigen Erkenntnissen ihre dienstliche Schusswaffe eingesetzt, teilte die Polizei mit.

Der Vorfall ereignete sich laut Polizei gegen 19 Uhr. Die Hintergründe des Geschehens seien "derzeit völlig unklar". Laut dpa gibt es bisher keine Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund

Die "Bild"-Zeitung berichtete, ein Zugbegleiter habe wegen eines Streits zwischen zwei Männern über Lautsprecher nach Polizisten an Bord gefragt. Die mitreisende Polizistin soll dann versucht haben, den Streit zu schlichten. Einer der Männer soll mit einem Messer auf den anderen eingestochen haben, bevor er auch die Polizistin attackiert habe. Ein Polizeisprecher sagte der Zeitung, dass die Polizistin nicht im Dienst war, aber in Uniform in dem Zug reiste. "Das ist nichts Außergewöhnliches, Polizisten dürfen in Uniform Zug fahren und sind dabei auch bewaffnet", sagte der Sprecher demnach.

Der Bahnhof wurde vorübergehend geräumt, war am Abend dann aber wieder zugänglich. Auch die Zufahrtsstraßen waren zwischenzeitlich gesperrt, der Zugverkehr nach Flensburg wurde unterbrochen. Bundespolizei, Landespolizei und Kriminalpolizei waren vor Ort. Staatsanwaltschaft und Kripo haben die Ermittlungen übernommen.

Bundesinnenminister Horst Seehofer zeigte sich "tief bestürzt" über den Messerangriff. "Beiden Verletzten gilt mein tiefes Mitgefühl und ich wünsche ihnen eine hoffentlich schnelle Genesung", erklärte er am Mittwochabend. Dem Land Schleswig-Holstein bot Seehofer "jede gewünschte Hilfe" an. "Gewalt darf nie geduldet werden, sei sie gegen die Bevölkerung oder gegen Polizisten gerichtet."

ans/aar/dpa/AFP

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