Amoklauf von Parkland Sheriff wurde vor Attentäter gewarnt

Das Massaker in Parkland hätte womöglich verhindert werden können. Der regionale Sheriff erhielt 20 Warn-Anrufe zum späteren Täter.

Trauer nach dem Massaker in Parkland
DPA

Trauer nach dem Massaker in Parkland


Nach dem Amoklauf an einer Schule in Parkland im US-Bundesstaat Florida mit 17 Toten hat der Sheriff der Region zugegeben, mehrere Warnungen zum Täter erhalten zu haben. Demnach seien in den vergangenen Jahren rund 20 Anrufe zu Nikolas Cruz bei seiner Polizeistation eingegangen. Zuvor hatte das FBI bereits eingestanden, einem Anruf mit Hinweisen auf den späteren Täter nicht nachgegangen zu sein.

Die Polizei in Broward County werde jeden einzelnen der Warn-Anrufe und den Umgang mit ihnen untersuchen, sagte Sheriff Scott Israel. Er nannte keine Details zu den Anrufen, erklärte aber, dass er persönlich handeln würde, sollte es zu Nachlässigkeiten gekommen sein.

Scott Israel, Sheriff von Broward County
REUTERS

Scott Israel, Sheriff von Broward County

Das FBI gab indes in einem Statement bekannt, dass sie durch ein Anrufer, der den Attentäter gut gekannt haben soll, Hinweise auf Nikolas Cruz erhalten habe. Er habe auf dessen Vernarrtheit in Waffen hingewiesen und dass dieser womöglich einen Überfall auf eine Schule plane. (Was zu dem Täter bekannt ist, lesen Sie hier.)

Das FBI erklärte, der Anruf sei nicht weitergegeben worden. Man habe nicht weiter ermittelt. Damit sei ein Standardverfahren nicht eingehalten worden. Das FBI untersuche nun, wie es dazu kommen konnte.

FBI-Chef Christopher Wray sagte, man bedaure zutiefst den zusätzlichen Schmerz, den die Angehörigen der Opfer nun erlitten.

Bereits im vergangenen September soll das FBI einen Hinweis auf Cruz erhalten haben. Es ging dabei um einen Kommentar unter einem YouTube-Video, in dem der Verfasser prahlte: "Ich werde ein professioneller Schul-Attentäter sein." Der Urheber des Videos meldete den Kommentar, das FBI ging diesem Hinweis nach. Es habe allerdings weder Hinweise auf eine Zeit, einen Ort oder die wahre Identität des Verfassers gegeben, sagte FBI-Ermittler Robert Lasky vor Reportern. Man habe nicht herausfinden können, wer den Kommentar verfasst habe.

Nach dieser Tat setzte in den USA wieder eine Diskussion über das Waffenrecht ein. Es ist unwahrscheinlich, dass daraus direkte Folgen abgeleitet werden. Befürworter schärferer Regeln stehen Gegnern jedweder Änderung gegenüber - die politisch die Oberhand haben. Einen Kommentar dazu lesen Sie hier.

bbr/ans/dpa/AP/Reuters

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