Schwedisches Flüchtlingsheim Minderjähriger Asylbewerber ersticht 22-jährige Helferin

Schwedens Regierungschef spricht von einem "schrecklichen Verbrechen": In einem Flüchtlingsheim nahe Göteborg hat ein junger Mann auf eine 22-jährige Mitarbeiterin eingestochen. Sie erlag ihren Verletzungen.

Tatort bei Göteborg: Die Polizei ermittelt
DPA

Tatort bei Göteborg: Die Polizei ermittelt


In einem schwedischen Flüchtlingsheim hat ein minderjähriger Asylbewerber eine Mitarbeiterin mit einer Stichwaffe tödlich verletzt. Der mutmaßliche Täter sei festgenommen worden, die 22 Jahre alte Frau sei im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen, teilte die Polizei mit. Der Vorfall ereignete sich in einem Flüchtlingsheim in Mölndal bei Göteborg.

Zur Identität und Staatsangehörigkeit des mutmaßlichen Täters machte die Polizei keine näheren Angaben. In dem Heim sind 14- bis 17-jährige Asylbewerber untergebracht, die keine erwachsenen Begleitpersonen haben. Der schwedische Polizeichef Dan Eliasson sagte, in Asylbewerberheimen gebe es zahlreiche "Verstöße gegen die öffentliche Ordnung". Dadurch würden mancherorts "beträchtliche Ressourcen der Polizei gebunden".

Wenige Stunden nach dem Vorfall reiste Schwedens Regierungschef Stefan Löfven zur Einrichtung. Es handle sich um ein "schreckliches Verbrechen", zitierte ihn die BBC. "Ich glaube, dass es ganz schön viele Menschen in Schweden gibt, die nun sehr besorgt sind, dass sich ein solcher Fall wiederholen könnte - gerade, wenn in Schweden so viele unbegleitete Kinder und Jugendliche ankommen", sagte er demnach im Gespräch mit Radio Schweden.

Im vergangenen Jahr kamen rund 163.000 Asylbewerber nach Schweden. Gemessen an seiner Einwohnerzahl von rund 9,8 Millionen Menschen zählt Schweden zu den europäischen Ländern mit dem höchsten Anteil an eintreffenden Flüchtlingen. Im November führte das Land daher wieder Grenzkontrollen ein. Zuletzt hatten die Behörden einen Rückgang der Flüchtlingszahlen gemeldet.

aar/AP/AFP



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