BKA-Bericht Weniger Straftaten von Zuwanderern

Die Zahl der Straftaten von Zuwanderern ist laut einem Medienbericht um 23 Prozent gesunken. Deutliche Unterschiede gibt es je nach Herkunftsland.


Die Zahl der Straftaten, bei denen Zuwanderer Täter oder Tatverdächtige sind, ist im Laufe dieses Jahres gesunken. Das berichten NDR und "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf einen vertraulichen Lagebericht des Bundeskriminalamts (BKA) für die ersten drei Quartale.

Im dritten Quartal 2016 lag die Zahl dieser Straftaten demnach um knapp ein Viertel (23 Prozent) unter der des ersten Quartals.

Erfasst wurden den Angaben zufolge Taten der allgemeinen Kriminalität, die Asylbewerbern, Asylberechtigten oder sich in Deutschland unerlaubt aufhaltenden Personen zugeordnet wurden. Verstöße gegen das Asylrecht flossen nicht ein.

Eine BKA-Sprecherin bestätigte am Abend lediglich die Existenz des Berichts, wollte sich zu den Inhalten aber nicht äußeren. Das Bundesinnenministerium will den Bericht in der kommenden Woche vorstellen, sagte eine Sprecherin.

Für den Gesamtzeitraum gibt das BKA den Medien zufolge 214.600 Straftaten durch Zuwanderer an. Das sind einige Tausend mehr als 2015. Im gleichen Zeitraum haben sich in Deutschland allerdings 213.000 zusätzliche Asylbewerber registriert, hieß es.

Gewaltdelikte vor allem zwischen Zuwanderern

Das Papier zeigt den Berichten zufolge, dass ein Großteil der Straftaten Bagatelldelikte seien. Allein 17 Prozent der Straftaten resultierten demnach aus sogenannter Beförderungserschleichung, also Schwarzfahren. Gut ein Viertel der Fälle waren Diebstähle und etwa ebenso viele sogenannte Rohheitsdelikte, also zum Beispiel Körperverletzungen.

Ein überwiegender Teil der Körperverletzungen resultierte aus Konflikten unter Zuwanderern; bei etwa sechs Prozent der erfassten Straftaten ging es um die Verletzung eines Nicht-Zuwanderers.

1,3 Prozent der Taten waren nach diesen Angaben versuchte oder vollendete Sexualdelikte. Insgesamt waren vor allem Diebstahls-, Vermögens- und Fälschungsdelikte zuletzt stark rückläufig.

Wie schon in früheren BKA-Erhebungen ergibt sich den Berichten zufolge wieder ein deutlicher Unterschied zwischen einzelnen Nationalitäten. Demnach geraten Syrer, Iraker und Afghanen - alle an der Spitze der Asylstatistiken - relativ selten in den Fokus der Ermittler (Anteil zwei Drittel an allen Zuwanderern; Anteil ein Drittel an den Verdächtigten bzw. Tätern).

Deutlich häufiger verdächtigt oder überführt wurden Zuwanderer vom Balkan (11 Prozent der Einwanderer, 19 Prozent der Taten), aus den Maghreb-Staaten (2 Prozent der Einwanderer und 22 Prozent der Taten), aus Gambia, Nigeria und Somalia (zusammen drei Prozent der Einwanderer und acht Prozent der Taten) sowie Georgien (0,6 Prozent der Einwanderer und 5 Prozent der Taten).

wal/dpa



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