Großflughafen BER: Rucksack mit "Polen-Böllern" löst Bomben-Alarm aus

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Bauabsperrung vor dem Terminal des neuen Flughafens "Willy Brandt": Bombenalarm Zur Großansicht
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Bauabsperrung vor dem Terminal des neuen Flughafens "Willy Brandt": Bombenalarm

Ein herrenloser Rucksack mit selbstgebauten Sprengsätzen hat auf der Baustelle des Berliner Großflughafens BER für Aufregung gesorgt. Der Besitzer der Böller hat sich gemeldet - und muss mit juristischen Konsequenzen rechnen.

Berlin/Schönefeld - Der Alarmruf erreichte die Polizei am Freitag um 15.30 Uhr: Auf dem Gelände des neuen Großflughafens "Willy Brandt", im Baustellenbereich des Terminals, sei ein herrenloser Rucksack mit einer Bombe gefunden worden.

Sofort wurde ein Polizeiaufgebot nach Schönefeld geschickt, das den Fundort absperrte und auf die Kollegen des Bombenentschärfungsdienstes wartete. Als die Experten später eintrafen, entdeckten sie in dem Rucksack tatsächlich Explosives: zwei sogenannte Polen-Böller - also importierte Pyrotechnik, die in Deutschland nicht verkauft werden darf - sowie zwei mit Panzer-Tape umwickelte, verdächtige Röhren.

Noch während die Beamten die "unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtungen" untersuchten, meldete sich der Besitzer des Rucksacks: ein 54-jähriger Mitarbeiter der Flughafenbaustelle. Der Berliner versicherte, dass es sich bei allen vier Sprengsätzen lediglich um Böller handele, die er nach Dienstschluss gemeinsam mit einem Kumpel irgendwo habe hochgehen lassen wollen.

Sein seltsames Feierabend-Vergnügen brachte dem Baustellenmitarbeiter jetzt eine Anzeige der Polizei ein, die zwei der selbstgebauten Sprengsätze sicherstellte und nun untersucht. Ein Nachspiel könnte die Sache auch für die Flughafengesellschaft haben. Diese muss nun klären, wie der Rucksack mit den Sprengsätzen durch die Sicherheitskontrollen der Baustelle gelangen konnte.

Bereits im vergangenen August war eine Sicherheitspanne am Flughafen entdeckt worden: Ein polizeibekannter Islamist kontrollierte damals den Zugang zur Baustelle in Schönefeld.

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insgesamt 14 Beiträge
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1.
garrulo 22.06.2013
ich war neulich auch auf der baustelle. wollte eigentlich nur mal vorbeischauen und mir den flghf aus der ferne anschauen. dabei einen ungehinderten zugang zur baustelle entdeckt. letzten endes war ich absolut ÜBERALL im gebäude und am vorfeld, hab 100 fotos gemacht. und arbeiter hab ich auch keine gesehen weit und breit....
2.
intex_#0 22.06.2013
"Sein seltsames Feierabend-Vergnügen" Was ist denn daran seltsam? Die Böller haben zwar nichts am Arbeitsplatz zu suchen, aber etwas Pyro hochgehen zu lassen ist nicht seltsam, sondern für viele Menschen ein Hobby. Und für alle Moral- und Gesetzesapostel: Wenn er sich selbst Böller bastelt oder welche aus Polen kauft, dann soll er das doch machen, solange er diese abseits von anderen Menschen zündet und höchstens sich selbst gefährdet gibt es da überhaupt nichts gegen einzuwenden.
3. Jetzt ist Zeit, dass Köpfe rollen!
greece2012 22.06.2013
Dieser Mann sollte eigentlich keine Anzeige, sondern eine Belohnung bekommen, da er offensichtliche Sicherheitsmängel offengelegt hat. Welch ein p0einlicher Verein ist das, der den Flughafen baut und "kontrolliert"? Muß erst ein Terrorist auf solche Lücken aufmerksam werden und ein vollbesetztes Passagierflugzeug in die Luft sprengen, damit unsere so verantwortungsvollen Schwätzer (Politiker) endlich mal aufwachen? Wo sind bitte die Kontrollen? Wie so eigentlich patroulieren keine Polizeiteams regelmäßig und überall an allen deutschen Flughäfen in einem Radius von mindestens einem Kilometer? Kein Personal da? kein Interesse da? Muß erst etwas passieren? Wozu sind unsere Steuergelder? Deutsche Flughäfen sind nicht die sichersten, sondern es ist noch nichts schlimmes passiert! Aufwachen!!!!
4.
Akkon 22.06.2013
Zitat von intex_#0"Sein seltsames Feierabend-Vergnügen" Was ist denn daran seltsam? Die Böller haben zwar nichts am Arbeitsplatz zu suchen, aber etwas Pyro hochgehen zu lassen ist nicht seltsam, sondern für viele Menschen ein Hobby.
Allerdings eben ein gesetzlich reglementiertes Hobby, für das man abseits von Silvester/Neujahr eine Genehmigung braucht - das mag man finden, wie man will, ich finde auch so manches Gesetz fragwürdig, dran halten sollte man sich aber trotzdem - oder eben die Konsequenzen tragen. Eine der wesentlichen Eigenschaften der im Artikel genannten Flughafen-BAUSTELLE ist, dass dort momentan noch keine vollbesetzten Passagierflugzeuge starten und landen und man dementsprechend auch noch nicht die selben Sicherheitsmaßnahmen wie für einen in Betrieb befindlichen Flughafen ansetzt...
5.
barlog 22.06.2013
Zitat von garruloich war neulich auch auf der baustelle. wollte eigentlich nur mal vorbeischauen und mir den flghf aus der ferne anschauen. dabei einen ungehinderten zugang zur baustelle entdeckt. letzten endes war ich absolut ÜBERALL im gebäude und am vorfeld, hab 100 fotos gemacht. und arbeiter hab ich auch keine gesehen weit und breit....
Ich war auch am Dienstag dort. Keine Sicherheitskontrolle weit und breit, nur ein paar wichtig aussehende Herren mit Ordnern unterm Arm und einige Stewardessen (!) gesehen.
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