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Foltermethode: US-Arzt soll Tochter mit Waterboarding bestraft haben

Simuliertes Ertränken als grausame Erziehungsmaßnahme: Ein Kinderarzt aus den USA ist festgenommen worden, weil er seine elfjährige Tochter mehrmals mit der Foltermethode Waterboarding bestraft haben soll. Auf den Mann aufmerksam wurde die Polizei wegen einer weiteren rüden Züchtigung.

Washington - Wer dieser Tortur unterworfen wird, steht Todesängste aus: Ein Kinderarzt in den USA ist festgenommen worden, weil er seine Tochter als Bestrafung dem sogenannten Waterboarding unterzogen haben soll. Das ist eine Foltermethode, bei der Ertränken simuliert wird. Sie wurde unter der Ära von Präsident George W. Bush in Geheimgefängnissen der US-Spionagebehörde CIA angewendet, um Terroristen zu Geständnissen zu zwingen. Inzwischen stuft auch der US-Justizminister Waterboarding als Folter ein, die nicht zu rechtfertigen sei.

Der Kinderarzt aus Georgetown im Bundesstaat Delaware und dessen Frau, die bei der Tortur ihres elfjährigen Mädchens untätig zugesehen haben soll, müssen sich jetzt wegen fahrlässiger Kindesgefährdung verantworten, wie die Polizei von Delaware bekanntgab. Die Frau wurde ebenfalls festgenommen, inzwischen aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Beiden Eltern wurde der Kontakt mit der elfjährigen Tochter und ihrer sechsjährigen Schwester untersagt. Die Kinder wurden in die Obhut der Behörden gegeben.

Der Arzt hat sich auf Nahtoderlebnisse von Kindern spezialisiert und darüber 1991 auch ein Buch geschrieben. Danach war er mehrere Male zu Gast in Fernsehshows.

Der Polizei zufolge alarmierten Nachbarn Mitte Juli erstmals die Behörden, nachdem das Mädchen ihnen von Misshandlungen durch ihren Vater erzählt hatte. Demnach soll er sie damals am Bein gepackt und über eine Garagenauffahrt mit Kieselsteinen geschleift haben, nachdem sie sich geweigert hatte, aus dem Auto zu steigen.

In Gesprächen mit der Polizei habe das Kind dann berichtet, dass ihr Vater ihr Gesicht unter einen Wasserhahn gehalten habe. Dabei sei Wasser in ihre Nase hochgelaufen. Wie es weiter hieß, erzählte die Tochter der Polizei, sie habe nie verstanden, was sie verbrochen habe, um derart bestraft zu werden. Sie habe Angst gehabt. Die Strafaktion, die im Zeitraum von zwei Jahren seit Mai 2009 mindestens viermal vorgekommen sei, habe ihr Vater selbst als Waterboarding bezeichnet. In einem Fall habe der Vater ihr gesagt, sie könne die Tortur fünf Minuten aushalten, ohne einen Hirnschaden zu erleiden.

fdi/dpa/Reuters

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