Frankfurt am Main Postbote hortete mehr als 20.000 Briefe

Zwei Kleintransporter waren nötig, um die Briefe abzutransportieren, die ein Postbote aus Frankfurt am Main seit einem Jahr gehortet hatte. Er sei "überfordert" gewesen, gab er an - oft warf er Sendungen auch einfach weg.


Frankfurt am Main - Ein Briefträger hat ein Jahr lang riesige Mengen Post gehortet oder weggeworfen. Die ihm anvertrauten Briefe, Kataloge oder Postwurfsendungen habe der Mann seit August 2007 nicht mehr zugestellt, teilte die Polizei mit.

Unter den gehorteten Briefen seien zahlreiche Sendungen an Behörden, Kanzleien, Arztpraxen und Kliniken gewesen. Nach eigenen Angaben fühlte sich der 23-jährige Mitarbeiter einer privaten Postzustellfirma "überfordert".

Der junge Mann flog auf, als eine Zeugin beobachtete, wie er in der Nähe seiner Wohnung Post in einen Mülleimer warf. Sie verständigte umgehend die Polizei und die geschädigte Firma. Einer Durchsuchung seiner Wohnung stimmte der Mann zu und zeigte den Polizisten bereitwillig die Briefe, die er unter anderem im Kleiderschrank, im Bettkasten und einem Kellerverschlag gelagert hatte.

Daraufhin schleppten Polizisten und Mitarbeiter des internen Sicherheitsdienstes der Zustellfirma 13 Müllsäcke, zwölf Kisten und weitere Kartons randvoll mit Briefen aus der Wohnung des Beschuldigten. Zum Wegschaffen seien zwei Kleintransporter nötig gewesen, hieß es in der Mitteilung. Nach einer vorsichtigen Schätzung handele es sich um mindestens 20.000 Briefe, betroffen seien die Frankfurter Postleitzahlenbereiche 60436, 60437 sowie 60438.

Als Grund gab der junge Mann an, er besuche eine Abendschule, um seinen Hauptschulabschluss zu machen. Deshalb habe er nicht auch noch die Post austragen können. Laut Polizei muss er nun mit einer empfindlichen Strafe wegen Diebstahls und Unterschlagung von Postsendungen rechnen.

pad/AP



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