Silvesternacht Auch Frankfurter Polizei ermittelt wegen Belästigungen

In Frankfurt am Main sind nach Informationen von SPIEGEL ONLINE ebenfalls mehrere Frauen in der Silvesternacht offenbar von Männergruppen bedrängt worden. Die Polizei sucht nun in zwei Fällen Zeugen.

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Die Frankfurter Polizei ermittelt nach Informationen von SPIEGEL ONLINE gegen eine Gruppe von zehn jungen Männern, die in der Silvesternacht drei Frauen attackiert haben sollen. Die Szene lief offenbar ähnlich ab wie in Köln.

Die betroffenen Frauen beschrieben der Polizei den Tathergang so: Um 0.20 Uhr seien sie zu dritt in der Nähe des Eisernen Stegs, einer Fußgängerbrücke über den Main, von einer Gruppe von Männern bedrängt und massiv unsittlich berührt worden. Sie erstatteten erst am Dienstagnachmittag Strafanzeige. Es habe sich um "Nordafrikaner" gehandelt. Die Männer hätten schlechtes Englisch mit arabischem Akzent gesprochen.

Die Frankfurter Polizei sucht nun nach weiteren Opfern und Zeugen, die den Vorfall möglicherweise unwissentlich gefilmt haben könnten. "Das Phänomen, dass große Gruppen von Männern Frauen massiv sexuell belästigen, kannten wir bislang so noch nicht", sagt Polizeisprecher Rüdiger Reges. Gestohlen wurde den Frauen nichts.

Auch im zweiten Fall meldete sich eines der Opfer erst am Dienstagnachmittag bei der Polizei und erstattete Anzeige. Sie sei mit drei weiteren Frauen unterwegs gewesen, als sie um 23 Uhr auf dem Eisernen Steg von drei Männern bedrängt und unsittlich berührt worden seien. Einem der Opfer sei ein Handy gestohlen worden, heißt es in der Strafanzeige. Eine Beschreibung der Täter liegt der Polizei derzeit noch nicht vor.

Hamburger Polizei prüft Einsatz von Videoüberwachung

Zuvor hatte bereits die Hamburger Polizei von einem neuen Phänomen gesprochen: Dort waren bis Dienstagabend 27 Anzeigen nach Gruppen-Übergriffen eingegangen, davon zehn wegen sexueller Belästigung.

Die Polizei prüft nun, ob sie auf dem Kiez die 2011 abgeschaltete Videoüberwachung temporär wieder aktivieren kann - etwa an Wochenenden oder bei Großereignissen. Das teilte ein Polizeisprecher mit. Auf dem Kiez sind noch zwölf Videokameras installiert, aber nicht in Betrieb.

Die Hamburger Polizei hatte 2011 entschieden, die Kameras nach Klagen von Anwohnern abzuschalten. Später hatte das Bundesverwaltungsgericht die Videoüberwachung öffentlicher Plätze wie etwa auf der Reeperbahn grundsätzlich für rechtens erklärt.

Die Streifen im Bereich St. Pauli seien verstärkt worden, sagte der Polizeisprecher. Mit Blick aufs kommende Wochenende sagte er: "Wir sind mit einer starken Polizeipräsenz da, auch wenn man uns nicht unbedingt sieht."

Mit Material der dpa

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