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Frankfurt: Zwei Tote bei Angriff vor Gerichtsgebäude

Bluttat vor einem Frankfurter Gericht: Laut Polizei griff ein 47-Jähriger aus unbekannten Gründen zwei Männer mit einer Schusswaffe und einem Messer an. Beide starben an ihren Verletzungen. Offenbar handelte es sich um einen Racheakt.

DPA

Frankfurt - Bei einem Angriff vor einem Frankfurter Gerichtsgebäude sind am Freitagmorgen zwei Männer getötet worden. Wie ein Polizeisprecher SPIEGEL ONLINE sagte, ereignete sich die Bluttat gegen 8.45 Uhr. Der mutmaßliche Täter habe die zwei Männer mit einer Schusswaffe und einem Messer angegriffen.

Laut Nachrichtenagentur dpa fielen die Schüsse in einem kleinen Durchgang zwischen den Gerichtsgebäuden. Bei den Opfern handelt es sich den Berichten zufolge um einen 50 und einen 45 Jahre alten Mann.

Offenbar waren die drei Männer am Eingang des Gerichtsgebäudes E aufeinandergetroffen - sie hatten einen gemeinsamen Prozesstermin. Nach Angaben der Frankfurter Staatsanwaltschaft ging es dabei um eine tödliche Messerattacke aus dem Jahr 2007 auf einem Parkplatz im Hochtaunuskreis. Damals war ein 38-jähriger Autohändler tödlich verletzt worden.

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Zwei Tote: Angriff in Frankfurter Gericht
Der Angreifer stieß der Polizei zufolge als letztes zu der Gruppe und eröffnete sofort das Feuer. Ein Opfer starb auf den Stufen des Gerichtsgebäudes. Der andere Mann floh ins Gebäude, der Täter rannte hinterher, streckte ihn mit einem Schuss nieder und stach dann auf ihn ein. Der Verletzte starb kurz danach im Krankenhaus.

Der mutmaßliche Schütze wurde laut Polizei kurze Zeit später in der Nähe des Gerichts festgenommen. Es handelt sich demnach um einen 47-Jährigen aus Eschborn. Er ist der Polizei durch mehrere Delikte wegen Körperverletzung bekannt. Die Polizei hat das Gebäude abgesperrt, Rettungskräfte und Notarztwagen waren vor Ort.

Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE vermuten die Ermittler hinter der Attacke einen Racheakt. Die beiden Verstorbenen sollen 2008 in erster Instanz freigesprochen worden sein, nachdem sie sich auf Notwehr berufen hatten. Die Staatsanwaltschaft hatte demnach aber mit Erfolg Revision beantragt, am Freitag soll nun das Revisionsverfahren vor der 22. Strafkammer des Frankfurter Landgerichts stattgefunden haben.

Aus Ermittlerkreisen hieß es, die vorläufige These sei, dass der Täter von heute die beiden in Selbstjustiz für die Tat von 2007 bestrafen wollte. Bei dem 47-Jährigen handelt es sich demnach um den Bruder des Mannes, der damals getötet wurde.

gam/dpa

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