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Frankfurter Flughafen: Mann erschießt zwei Menschen in US-Militärbus

Tödliche Attacke an Deutschlands größtem Airport: Am Frankfurter Flughafen hat ein Mann auf mehrere US-Soldaten gefeuert. Zwei Menschen sind tot, mindestens zwei weitere sind verletzt. Polizisten haben den Tatverdächtigen festgenommen.

Frankfurt - Die Schüsse fielen gegen 15.20 Uhr vor dem Terminal 2: Am Frankfurter Flughafen hat ein Mann an diesem Mittwoch auf mehrere US-Soldaten in einem Bus gefeuert und dabei zwei Insassen getötet. Ersten Angaben zufolge starben der Fahrer des Busses sowie einer der Soldaten. Der Platz am Steuer des Busses war mit Tüchern verhängt, der Tatort weiträumig abgesperrt.

"Wir gehen außerdem von zwei Verletzen aus", sagte Manfred Füllhardt, Sprecher des Polizeipräsidiums Frankfurt, SPIEGEL ONLINE. Allerdings sei noch nicht klar, wie schwer die beiden verletzt seien. Am Abend bestätigte das US-Militär, dass es sich bei den Verwundeten um zwei Luftwaffensoldaten handle.

Der mutmaßliche Täter ergriff nach den Schüssen zunächst die Flucht, konnte aber im Terminal von Beamten der Bundespolizei überwältigt werden. Nach Angaben des hessischen Innenministers Boris Rhein (CDU) handelt es sich bei dem Schützen um einen 21-jährigen Mann aus dem Kosovo. "Es ist ein völlig sinnloses, furchtbares Verbrechen", sagte Rhein.

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Frankfurter Flughafen: Tödliche Schüsse vor Terminal 2
Zu den Hintergründen der Tat gab Rhein zunächst keine Auskunft: "Ich spreche bewusst nicht von einem Anschlag, sondern von einem Tötungsdelikt", sagte der Minister am Tatort. "Es ist aber im Moment nichts auszuschließen." Ein Sprecher der Polizei sagte: Es deute nichts darauf hin, dass es sich um einen Terroranschlag handeln könnte.

Der genaue Ablauf der Tat ist noch unklar. Sie ereignete sich in dem öffentlichen Bereich des Flughafens vor Terminal 2. Laut ersten Polizeiangaben war es in dem Bus zu einem Streit gekommen, bevor die tödlichen Schüsse abgegeben wurden. Innenminister Rhein sagte laut der Nachrichtenagentur dapd, der Täter sei "an den Bus herangetreten". Demnach erschoss er einen US-Soldaten vor dem Bus und den Fahrer auf dessen Sitz hinter dem Steuer.

Mit den amerikanischen Militärbussen am Flughafen werden aus den USA zurückkehrende Soldaten wieder an ihre Militärstandorte gebracht. Der Flugbetrieb war nach Angaben eines Sprechers der Betreibergesellschaft nicht beeinträchtigt. Nach der Schießerei wurden die Sicherheitsvorkehrungen am Flughafen erhöht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach den Angehörigen und den Soldaten ihr Beileid aus. Sie sei bestürzt, sagte die CDU-Politikerin in Berlin. Merkel sprach von einem "furchtbaren Ereignis" und sicherte zu, dass die deutsche Regierung alles tun werde, um den Vorfall aufzuklären.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier zeigte sich von der Tat tief betroffen. "Ich bin schockiert und erschüttert über die Tat", sagte der CDU-Politiker. Sein Mitleid gelte den Angehörigen der Opfer und den Verletzten, die um ihr Leben kämpften.

hut/suc/dpa/dapd

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